Iran im Sekundentakt

Wie sich das dann liest, wenn man einmal "drinnen" ist - erschütternd.
RT (Twitterkürzel), sozusagen Zitate, sekundenalt:

The ministry has dispatched teams to newspapers' printing-houses to censor what they wish. / Set your location to Tehran GMT +3.30. Apparently security forces use location/timezone searches to hunt Iranian bloggers. / Tehran Enghelab & the streets around it are full of Riot Police. No 1 can pass.Even in small alleys they R present. / already petrol shortages being reported / We are saddened to report LIFE's Iranian photojournalist is missing. / Google Earth is showing protests at street of Tehran. / VERIFIED - Moussavi arrested about ten minutes ago BBC CNN / There is absolutely NO report of Mousavi being arrested. Do NOT listen to Gov's rumours. / PLEASE STOP RT THAT MOUSAVI HAS BEEN ARRESTED, NO INDEPENDENT VERIFICATION OF THIS / Iranian authorities have asked the BBC's correspondent in Tehran to leave the country within 24 hours. BBC...

Früher hatten Journalisten solche Gefühle vor dem Ticker. Heute kann das jeder lesen, ob verifiziert oder nicht, lange vor den offiziellen Nachrichten.

Zu finden bei Twitter unter #iranelections
oder - es entstehen sogar neue schreiberische Formen: Der heutige Tag im Iran, in 500 Tweets erzählt.

Und immer wieder wichtig: Auch in Blogs keine Spuren legen, der iranische Geheimdienst u.a. Kräfte mischen jetzt im Internet kräftig mit, um Menschen zu verfolgen. Natürlich ohne Zugangsbeschränkungen. Entsprechend schwierig wird es, Aussagen zu verifizieren. Eine neue Internetbestie ist geboren: der "gov troll". Aber was man in Laienkreisen kaum für möglich hielt: Sie kontrollieren gegenseitig ihre Glaubwürdigkeit - denn hier geht es nicht um Quote, sondern um Leben.

Kommentare:

  1. Hi Petra,
    freut mich, dass ich nicht der einzige bin, der von den Schreiberlingen die Entwicklung im Iran verfolgt. Bisher bin ich - auch im Bekanntenkreis - eher auf Desinteresse gestoßen.

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  2. Alexander, ich kann dir versichern, dass es Menschen an vielen Orten interessiert, sogar beim Elsässer Bäcker. Spätestens, wenn es den anderen dann an den eigenen Geldbeutel geht (Erdölpreise z.B.), interessiert es die auch. Nennt man "Gesetz der Nähe" ;-)

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