Leben gegen den Crash

Das Projekt ist abgenommen. Heute morgen um 0:15 kam ich von der Konferenz heim. Gleichzeitig erschöpft vom zweisprachigen Simultandenken und aufgedreht von der Anspannung. Irgendwie muss man dann erst wieder "runterkommen" und merkt, wie anstrengend Bücher sein können, die man sonst zur Zerstreuung liest. Im Moment habe ich ein Gefühl, als hätte ich einen Marathon gewonnen - mit entsprechendem Muskelkater. Auf dem Schreibtisch häuft sich die Arbeit erschreckend. Jeder Tag zählt.

In ihren Beiträgen über "Burnout" schreibt Christa S. Lotz (im Kommentar), wenn Menschen unter ihren Arbeitsbedingungen auszubrennen drohen, sei es schwierig für den Psychologen, etwas zu raten, um aus dem Teufelskreis zu entkommen. Man müsse eigentlich seine Arbeitsbedingungen ändern - wie aber mache man das als Selbstständiger, wenn Geld hereinkommen muss? Das ist eine gute Frage, denn die geht ganz böse ans Gebein, weil man ja nicht an einem fremden Arbeitgeber herummäkeln, nicht kündigen kann. Man ist sich auf Gedeih und Verderb selbst ausgeliefert.

Mich treibt das Thema deshalb so sehr um, weil ich im vergangenen Jahr ziemlich gefährdet war, auszubrennen. Ausgerechnet mitten in der Krise war ich damit beschäftigt gewesen, meine berufliche Existenz umzustellen, nochmals neu eine Existenz zu gründen und "nebenbei" ein extrem aufwändiges und forderndes Buch zu schreiben. Ich habe mich in zwei fremde Berufsfelder einarbeiten müssen und war so verrückt, zur Überbrückung der Zeit ein freies Auftrittsprogramm für die Bühne zu schreiben, zu konzipieren und einzustudieren. Eigentlich krank gemacht haben mich aber eher die Behörden, die - statt bei der Existenzgründung zu helfen - allen möglichen Formularwahnsinn als Steine in den Weg legten. Kurz vor der Premiere musste ich wegen eines ruinösen Computerfehlers vor eine Schiedsstelle ziehen, in fremder Sprache. Ich gewann gegen die Behörde. Nach der Premiere verlor ich einen Weisheitszahn und wurde krank.

Zum Glück schrieb ich über Nijinsky. Der war mir eine Warnung. Ich glaube ja nicht die schnellen Diagnosen von damals mit der Schizophrenie. Der Mann war ein Perfektionist, hat sich bis zum Äußersten gefordert, hat sich nie Pause, nie Erholung gegönnt und brach dann plötzlich unter dem äußeren und inneren Druck zusammen. Nerven. Magen. Was er in dieser Anfangsphase hatte, bevor sich wohl eine bipolare Störung manifestierte, würde man heute als Burnout diagnostizieren. Er hat nicht auf die Alarmsignale reagiert, sondern sich noch mehr unter Druck gesetzt. Bis er kurz vor der Zwangseinweisung (damals war man nicht zimperlich) in sein Tagebuch schrieb: "Das Pferdchen ist müde..."
Burnout hatte ich bisher für eine typische Managerkrankheit gehalten. Bei der Recherche zu Nijinskys psychischen Problemen fand ich jedoch heraus, wie schlimm auch Künstler davon betroffen sind, von denen man landläufig glaubt, sie hätten ja ein ach so bequemes Leben.

Wie kann man die Arbeitsbedingungen ändern, fragt die Kollegin. Ich fürchte, im Bereich der Spitzenkünstler wird es immer Menschen geben, die wie eine Kerze an zwei Enden brennen und womöglich umkippen in andere "Zustände". Die aber auch gelernt haben, gerade diese eigentlich selbstzerstörerische Haltung kreativ zu nutzen. Nurejew war auch so einer. Aber solche Menschen kommen in einem Jahrhundert nicht allzu oft vor. Und man sollte sich selbst nichts vormachen, die gleichen Fehler nachahmen zu wollen. Als Selbstständiger wird man damit nicht perfekt. Man erntet nicht zwangsläufig den totalen Erfolg. Sich endlos zu verströmen macht einen nicht zum Genie.

Im letzten Jahr habe ich gelernt, dass man atmet, um zu leben. Und dass auch Arbeit ein Atmen sein muss. Man muss Luft holen, nicht nur ausatmen. Man kann nicht ewig hecheln, sondern braucht auch ruhigen Atemfluss. Nicht immer sind die Verhältnisse ideal. Manchmal häufen sich Aufträge und es gibt Leerzeiten. Warum aber sollte man letztere nicht radikal nutzen, anstatt angstvoll zu rödeln und doch nichts Rechtes zu schaffen? Dem Burnout als Freiberufler zu entgehen, ist deshalb so schwer, weil man zu sich selbst Nein sagen lernen muss.

In meinem Fall heißt das konkret, dass sich die Arbeit heute türmen darf, bis sie schwarz wird, ich schaue nicht einmal meinen Terminkalender an, sondern mache mir einen schönen Tag. Ein ach so eiliger Amtsbrief wartet schon zwei Wochen gut, das Amt wird nicht verröcheln, wenn ich ihn erst am Wochenende bearbeite. Überhaupt habe ich in Frankreich gelernt, dass es so oft viel besser ist, nicht auf Administration zu reagieren, denn jede Antwort produziert neue Fehlerquellen. Ich lasse meine Nachbarn wie die Wahnsinnigen Osterputz betreiben - die haben ständig Ferien, denen tut solche Zusatzarbeit gut. Dafür werde ich morgen völlig erholt sein und sehr viel mehr arbeiten können.

Ich muss mir nicht ständig etwas beweisen, sondern lieber einmal im Stolz aufs Geschaffte zurückschauen. Zwei neue Berufe in meinem Alter, in dem ich für jede Firma angeblich zu alt und darum nicht mehr flexibel genug bin - und das auch noch als Freiberuflerin, also in unternehmerischer Verantwortung - das ist doch gut? Aber unlängst kam ein völlig verrücktes Angebot herein. Vor wenigen Jahren hätte ich gejubelt über das "Traumprojekt" und mich hineingeworfen, mit aller Kraft. Jetzt muss ich nicht einmal mehr darüber schlafen, um es abzulehnen. Ich müsste mich schon wieder in einen völlig anderen Berufszweig des Schreibens einlernen, eine Phase, die locker ein Jahr dauern könnte. Einen höllischen Berufszeig mit Stress hoch drei. Nur um mir sagen zu können: das hast du auch geschafft? Wie viel Können braucht der Mensch, um etwas zu können?

Die Worte eines Managers sind mir fest im Kopf verankert: "Konzentriere dich auf das, was du am besten kannst und bilde dich darin aus."
Den "Traumjob" lasse ich anderen, die all ihre Energie darin investieren wollen und können. Und die es vor allem können, nämlich im Unterschied zu mir von Anfang an gelernt haben.
Ich lehne mich mitten in dieser heißen Phase, in der sich die Deadlines stapeln, ruhig atmend zurück und wäge ab, in welchen meiner Berufszweige ich welche Energien brauche und wie ich das so ordnen kann, dass ein natürlicher Atemrhythmus daraus entsteht. Deadlines werde ich nie vermeiden können, aber ich kann entscheiden, welchem Zweig ich mehr Platz im Leben gebe, oder welchen ich nur punktuell zulasse.

Ich darf nicht aus den Augen verlieren, was mein Ziel ist: Ich will weiter Bücher schreiben, eigenkreativ tätig sein. Alles andere soll sich im Idealfall damit ergänzen, soll sich gegenseitig stützen und tragen. Das scheint zu funktionieren, denn das Thema "Grenzgängerei" zieht sich ja nun durch alles, was ich mache - andere Themen, die mich umtreiben, ebenso. Und plötzlich wird klar: Der "Traumjob" im Angebot birgt nicht nur ein immenses Risiko, er könnte sich auch als riesige Seifenblase erweisen. Der in den Augen anderer viel "kleinere" "Europajob" dagegen scheint schon kleine Eier zu legen, heimlich still und leise wie der Osterhase.

Freiberufler können nicht aus dem Hamsterrad aussteigen, aber sich vielleicht besser konzentrieren. Das Rad dreht rund und leicht, wenn man es schafft, dass sich die verschiedenen Tätigkeiten gegenseitig befruchten und nicht verhindern. Wenn man das macht, was man am besten kann - und das richtig. Warum nach fremden Sternen greifen? Warum sich verzetteln? Warum sich ständig etwas beweisen wollen, was man sich nicht zu beweisen bräuchte? Das zumindest haben auch die Künstler wie Nijinsky oder Nurejew gemacht, bevor sie über die eigenen Grenzen gingen: Sie waren Balletttänzer. Punkt. Sie haben nicht versucht, der ersten Geige zu erklären, wie sie spielen soll. Sie konnten keine Theatertruppe managen. Sie haben keine Kostüme genäht. Sie haben einfach "nur" getanzt und das richtig.

-Feierabend für heute-

Update:
"Die Flamme neu entzünden" - Christa S. Lotz über Ausgänge aus dem Hamsterrad


Kommentare:

  1. sehr ansprechender Artikel. danke dafür.

    Wünsche gute Erholung.

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  2. .....und außerdem muss man sich (außer erholen!) auch Raum und Zeit für das "Tschakkkkkkaaaa - Gefühl" geben, wenn man es mal wieder gepackt hat. Sonst fehlt ja die Motivation für die nächste Anstrengung. Nur Dollarzeichen in den Augen wie weiland Dagobert Duck bringt es ja auch nicht. Wie schon viele Motivationstrainer erkannt haben!

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  3. Etwas ueberraschend empfinde ich eine gewisse Verzweifelung im heutigen Eintrag, und es erinnert mich an meinen "Untergang" vor 5 Jahren. Es war kein Burnout, es war der Verlust meines groessten Kunden.

    Vieles hat sich seitdem geaendert und ich fuehle mich heute besteatigt dass ich doch richtig gehandelt habe. Es gibt viele Herausforderungen im Leben - Geld ist keines dieser.

    Im englischem gibt es ein viel misbrauchter Spruch - Money is the root cause of all evil. Richtig heist es "the love of money is the root cause of all evil"

    Mein Untergang hat mich gelehrt das vieles auch ohne Geld geht, das Meiste sogar wesentlich besser. Wenn man den Kopf frei hat von den finanziellen Zwaengen, dann kann man sich umorientieren, einen intelligenteren Neubeginn schaffen.

    Und man lernt langsamer zu leben und die innere Stimme zu hoeren, und sogar die Ungerechtigkeiten dieser Welt einfach nur zur Kenntnis nehmen.

    Let it be.

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  4. Geld allein macht ziemlich sicher nicht glücklich, da haben Sie recht. Oder "Recht"? (Blöde Rechtschreibreform!!)
    Aber kein Geld gepaart mit Unsicherheit macht garantiert nicht glücklich.

    Nur, wenn man weiß, dass regelmäßig genug Geld auf dem Konto ist, damit man sich Butter und Brot und ab und an was drauf kaufen kann, dann hat man den Kopf wirklich frei von finanziellen Zwängen, außerdem sollte genug da sein für die Stromrechnung, für die Heizkosten im Winter, für die Krankenversicherung.

    Noch was? Ach ja, eine Altersvorsorge, die mich sicher sein lässt, dass ich, wenn ich so wackelig bin, dass ich mir nicht mehr selber helfen kann, nicht unter eine Brücke im Süden ziehen muss (in der Hoffnung, dass ich nicht erfrieren muss, wenn es kalt wird!)beruhigt mich auch ungemein und trägt zur Gelassenheit bei.

    Das vorausgesetzt stimme ich Ihren Ausführungen zu. Alles andre ist für mich Sozialromantik.

    Sorry!

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  5. @alle: freut mich!
    @Sabine: Tschkkkaaaa gefällt mir, stimmt, darüber rutscht man manchmal zu schnell weg. Ich feiere es heute ausgiebigst!

    @Frank Peters:
    Ist mir nicht ganz klar, wo sie Verzweiflung in meinen Beitrag hineininterpretieren? (fehlt der Zusammenhang mit den Links?) - mir geht es sonnigst!

    Falls ich heute morgen Gemüse war, ist das normal, ich habe mir auch einen extra Capuccino und extra Sahne gönnen müssen ;-)

    Ich bin ja im vergangenen Jahr nicht am "Untergang" krank geworden, sondern weil ich für Umstrukturierungen zu viel auf einmal von mir forderte, zu viel Neues im Handumdrehen lernen wollte (und gelernt habe) und kurzzeitig vergaß, dass Frauen nicht als achtarmige Göttinnen auf die Welt kommen. Bei solch fehlender Weisheit verabschiedet sich schon mal ein Weisheitszahn.

    Trotzdem hat sich alles gelohnt, ich arbeite inzwischen das, was ich mir immer erträumt habe - und solchen Stress nennt man dann Eu-Stress.

    Meine Stimmung schätzen sie völlig falsch ein: Ich lehne mich zufrieden zurück, dass ich heute ein Angebot ablehnen kann, dass irre toll klingt, aber weder zu meinem "Kerngeschäft" gehört, wie man so schön sagt, noch mich in meiner Richtung weiter bringt. Für diese Einsicht wäre ich mit Zwanzig viel zu dumm gewesen!

    Wenn ich solche Beiträge schreibe, ist das kein "Jammern", sondern ich wähle persönliche Beispiele, um anderen Mut zu machen. Ich könnte es auch theoretisch schreiben, aber dann wird's lehrerhaft...

    Das Thema treibt mich um, weil ich im weiteren Bekanntenkreis einige Freiberufler habe, die extrem Burnout-gefährdet sind. Und die schaffen diesen freien Kopf nicht, von dem Sie schreiben. Ich weiß nicht, wie es anderen geht - mir hilft in problematischen Situationen immer, wenn jemand anderes sagt: Du hast nicht allein das Problem. Und es gibt ein Leben danach.

    Die Sache mit dem Geld sehe ich auch etwas differenzierter: natürlich kann man im Ernstfall auch von Sozialhilfe leben, einen Vollabsturz gibt es in unserer Welt nicht so wie in Ländern ohne jede Absicherung. Aber Geld per se ist nicht schlecht. Und wenn man ständig Existenzängste hat und sich alle Fragen darum drehen, wie man satt werden könnte, entsteht weder Kunst - noch bleiben Ressourcen, um etwas aus sich zu machen. Ich habe bei Christa Lotz geschrieben: Es gibt heutzutage auch einen Burnout der Armen.

    Gegen solche Ängst aufzustehen und zu sagen, man verkauft sich nicht für einen Appel und ein Ei und ratzfatz, nur damit mal wieder etwas reinkommt; sondern auf Qualität und Motivation zu achten, dazu gehört, denke ich, verdammt viel Mut!
    Ich ziehe den Hut vor jedem, der dann trotzdem ruhig durchatmet und sich wieder neu aufrichtet.

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  6. Sabine, du hast mir gerade einen Gedanken aus dem Kopf in die Taste genommen ;-)
    Was ich in diesem Blog ja öfter predige .... dieses grauenhafte Bild des armen Poeten à la Spitzweg funktionierte um 1900, heute nicht mehr.
    Der Witz ist ja, dass man in der klugen Beschränkung manchmal mehr Geld verdienen kann, als wenn man kopflos herumjobbt. Ich rede hier wohlgemerkt von Leuten, die das aufgrund ihrer Bildung können.

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  7. "Wenn man das macht, was man am besten kann - und das richtig. Warum nach fremden Sternen greifen? Warum sich verzetteln? Warum sich ständig etwas beweisen wollen, was man sich nicht zu beweisen bräuchte? Das zumindest haben auch die Künstler wie Nijinsky oder Nurejew gemacht, bevor sie über die eigenen Grenzen gingen: Sie waren Balletttänzer. Punkt. Sie haben nicht versucht, der ersten Geige zu erklären, wie sie spielen soll."

    Das ist für mich ein entscheidender Satz, den ich herausgreifen möchte, Petra. Jetzt verstehe ich auch immer besser,was du meinst, wenn du sagst, man solle das machen, was man am besten kann. Man verzettelt sich sonst und hechelt sich schließlich selbst hinterher. Ich finde deinen Beitrag gar nicht verzweifelt, sondern voller Mut, Auswege, Wege zu finden. Das mit dem Osterputz und dem schönen Tag ist ein weiteres gutes Beispiel für mich. Warum muss man denn auch noch das tun, was alle zu einem bestimmten Zeitpunkt für richtig halten? Als Buchautoren haben wir doch eh Narrenfreiheit, oder? Und das mit dem Atmen und dem schönen Tag läuft mir direkt rein!:-)

    Zu deiner Bemerkung über die Armut habe ich mich noch nicht geäußert, weil es umfangreicher ist. Armut und Arbeitslosigkeit können in noch viel stärkerem Maß zum Burnout führen als andere Umstände.
    Da kommen mangelnde Wertschätzung, Ausschluss vom gesellschaftlichen Leben und überhaupt ein Versagenszustand hinzu. Was Sabine über die finanziellen Polster sagt, ist schon richtig. Sie machen es einem leichter, seinen eigenen Weg zu gehen. Aber ich bewundere den Mut eines jeden, der
    diesen Weg allein aus eigener Kraft (mit Unterstützung von Gleichgesinnten, vielleicht) gehen will, weiterkämpft, sich nicht geschlagen gibt.
    Und so bleibt für mich der Satz, der auch für mich, wenn ich auch unter anderen Bedingungen arbeite und schreibe, einer der Wichtigsten ist:
    Wir müssen uns nichts mehr beweisen
    und können versuchen, mit unserem Atem, unserem Tempo und unserer Zeit gut weiterzumachen.

    @Frank Peters: Das Geld nicht zu sehr zu lieben-das nehme ich von Ihnen heute mit.

    In diesem Sinne grüßt
    Christa

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  8. "Überhaupt habe ich in Frankreich gelernt, dass es so oft viel besser ist, nicht auf Administration zu reagieren, denn jede Antwort produziert neue Fehlerquellen."

    Köstlich! Meiner bescheidenen Erfahrung nach handelt es sich dabei eher um einen kategorischen Imperativ, der für Briefwechsel mit Behörden weltweit und ganz sicher auch für Telekommunikationsfirmen gilt.

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  9. @ugugu
    Leider habe ich schon in Ländern gelebt, wo solches Ignorieren bestraft wird... Aber stimmt, Administration ist schon eine globale Pest gewesen, bevor Globalisierung überhaupt denkbar wurde.

    @Christa
    Das mit der Armut ist in der Tat ein eigenes, riesiges Thema, einige Artikel zum Thema Kunst und Prekariat gibt's auch irgendwo im Blog (Blogsuche).

    Zum Thema "Machen, was man am besten kann" ließe sich ja viel zu sagen. Beim Schreiben wird das oft mit Reduzierung verwechselt (ich schreibe nur Krimis, nur Ratgeber etc.) und mit dem Pseudonymquatsch zementiert.

    Dabei geht es darum, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren - man wird flexibel, muss aber nicht wirklich alles ausprobieren, nur weil andere das machen. Kreative Arbeit soll ja auch SPASS machen.

    Sabine hätte jetzt sicher ein tolles Business-Beispiel als Vergleich parat? Mir fällt nur der Shampoohersteller ein, der meint, plötzlich Vanillecreme produzieren zu müssen, weil er Vanillearoma am Lager hat und sowieso Schaum schlagen kann. ;-)

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  10. Kein Beispiel, dass ein Shampoohersteller Vanilleextrakt über hat - finde ich übrigens ne klasse Idee. Die Rührmaschinen ließen sich sicher in kurzer Zeit umrüsten, Pudding aus Shampooflaschen lässt sich sicher prima ausnuckeln, fehlt nur noch ne Idee, wie man das mit den vorschriften der Lebensmittelidee hinkriegt.

    Aber die Bestätigung, dass die Konzentration aufs Kerngeschäft erfolgreich und damit reich und glücklich macht, ist Prof. Herrman Simon, der seit Jahren mit seinen Vorträgen über die Hidden Champions durch die Lande zieht. Das sind Mittelständler, die schon lange am Markt sind, die sich auf ein Segment konzentriert haben, weltweit tätig sind und Marktführer oder zweiter der Branche sind. Ich erinnere mich an einen Artikel, da wurde als Beispiel eine Weberei in Süddeutschland genannt, die Stoffe ausschließlich für Sesselbezüge in Musikhallen produziert, weil an diese Stoffe ganz spezielle Anforderungen gestellt werden. Oder (und das Beispiel fand ich obercool) ein Unternehmen, das weltweit der größte Produzent für Plastikskelette ist....

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  11. ähm...

    "Lebensmittelindustrie" meinte ich!

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  12. Ich überlege jetzt schon die ganze Zeit, wie ich es schaffe, nur noch Plastikskelette zu schreiben...

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