Lascaux-Feeling

Gestern ging es zum Meeting in einen Landstrich, der sich nie wirklich wie Arbeit anfühlt. Das kommt vielleicht daher, dass ich hier auch privat Erholung finde und öfter mit dem Fotoapparat auf Pirsch gehe. Meine Lieblinge leben da nämlich. Es gibt nichts Gemütlicheres zum Anschauen als friedlich grasende Kühe auf der Weide. Aber freilaufendes Highland-Cattle ist noch viel schöner - in den Weiten des Nordelsass, wo die Tiere für den Naturschutz arbeiten, erlebt man ein recht uriges Gefühl.

Wenn ich dort länger in der Landschaft herumlaufe, entdecke ich nicht nur in den Wäldern steinzeitliche Abris, auch die Sumpfwiesen wirken, als hätten sie aus Urzeiten überdauert. Kommt einem dann so ein massiges gehörntes Vieh entgegen, kann man sich schon ein wenig in die Maler von Lascaux hineinversetzen... In der Tat haben die sympathischen Schotten ein Aussehen, das an den Auerochsen erinnert.

Aber ich war da nicht zum Urlaub machen, sondern zum Arbeiten. Und bei dieser Arbeit geht es u.a. um den Wald und die sogenannten Röder, alte Rodeflächen, die man heute nur noch mit geschultem Auge erkennen kann. Denn der Wald erobert sich schneller Land zurück, als man das glauben mag. Natürlich erreichen die Bäume nur langsam richtige Höhen, aber sobald Mensch und Vieh nichts mehr tun, wächst in unseren Breiten der Wald.Dafür hat man das Highland Cattle in den elsässischen Regionen zwischen der Burg Fleckenstein und Obersteinbach und Niedersteinbach (nahe der Pfälzer Grenze) sowie auf den Sumpfwiesen um Stürzelbronn angeschafft. Absolut robust weidet es ganzjährig auch auf schlechten Böden und sorgt dafür, dass die Talauen und sumpfigen Täler am Fuß der Vogesen, die landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden, offen bleiben und nicht verwalden. Dadurch entstehen abwechslungsreiche Biotope, in die man nicht mehr wie früher mit Maschinen oder Brandrodung eingreifen muss.

Meine Fotos stammen vom letzten Herbstbeginn (gestern habe ich ja fleißig gearbeitet), jetzt im Frühling ist das Beobachten der Tiere natürlich noch schöner: sie haben kleine wollige Kälbchen. (Fotos zum Vergrößern anklicken)

Kommentare:

  1. Und das Schöne: Diese süßen wolligen Kälbchen kriegen sie allein, ohne dass sie Menschen mit ihren Patschhänden dabei herumfummeln.

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  2. Oh, welch Besuch in meinem Hallen! :-)
    Ich könnte noch etwas Schönes erzählen, das jetzt allen wolligen Vegetariern die Tränen in die Augen treiben wird: Ungefähr im Oktober gibt's das erlesene Fleisch der überzähligen Erwachsenen in ausgesuchten Restaurants der Region, für etwa vier Wochen.

    Es ist mir noch nie gelungen, in die Vorbuchungsschlangen zu gelangen, aber ich habe mir sagen lassen, dass man danach kein Steak mehr von hochgezüchteten, unglücklichen Stallrindern mehr anrührt.

    Pardon, ich wollte die Kälbchenidylle jetzt nicht kaputtmachen, aber wir essen ja auch Osterhasen ;-

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