DANKE!!!

Im Märzen der Bauer ... und der Schriftsteller fährt seine Ernte ein.

Die meisten Menschen wissen das gar nicht: Autoren bekommen kein Monatsgehalt, sondern werden in der Regel einmal oder zweimal pro Jahr bezahlt. Der März ist der magische Moment der Abrechnungen, bei denen man dann auch erfährt, wie viele Exemplare eines Buches über den Ladentisch gingen und wie viele Exemplare von den Buchhändlern remittiert wurden, weil sie zu lange im Laden klebten. Nimmt letzteres überhand, kommt irgendwann der berühmte Formbrief, dass dem Verlag die Lagerkosten jetzt doch zu hoch würden und man den Restbestand zum Sonderpreis einkaufen könne, bevor er an Antiquare verhökert wird. Das nennt man dann wiederum Verramschung, die gleichbedeutend mit dem Tod eines Buchs ist. Und verramscht wird immer früher, vor allem in großen Verlagen.

Was sich länger als zwei Jahre hält, ist ein außergewöhnlicher Glücksfall für Autoren wie Verlage. Und das sichere Zeichen dafür, dass beide Hand in Hand etwas geschaffen haben, das zeitlos ist - und immer wieder neue Liebhaber findet.

Nach nunmehr sechs Jahren Laufzeit habe ich eigentlich kaum noch damit gerechnet. Sitze aber mit einem dicken Grinsekuchengesicht vor der Nachricht über mein Buch "Elsass. Wo der Zander am liebsten im Riesling schwimmt". 2004 erschienen, in der zweiten Auflage, mit Hörbuchausgabe und zahlreichen Lesungen - und es läuft und läuft und läuft.

Das habe ich nicht nur dem Hanser-Verlag zu verdanken, der sich löblich um seine Autoren und Bücher kümmert, sondern vor allem meinen wunderbaren Leserinnen und Lesern! Dafür heute ein einfaches, von Herzen kommendes DANKE. Danke fürs Lesen, Verschenken, Empfehlen!

So ein Tag ist für uns Autoren in schöner Tag - wenn man Schwarz auf Weiß sieht, dass tatsächlich jemand ein Buch liest. Noch schöner sind für mich natürlich öffentliche Lesungen und die Gespräche, die sich dabei entwickeln. Da ist es nicht selten vorgekommen, dass Leserinnen und Leser mir Lust auf bestimmte Ecken und Ideen machten!

Leider muss ich dieses Jahr mit Auftritten etwas kürzer treten, aber einmal "Elsass" bei meinen Lieblingsveranstaltern muss natürlich sein: Am 16. Mai als Sonntagsmatinée mit feinem Menu und Wein im Galand in Kehl-Odelshofen.

Bei so viel ungebrochenem Interesse für das Elsass und seine sinnlichen und kulturellen Genüsse kommt die Autorin natürlich auf verwegene Ideen. Sie könnte ja noch mehr noch ganz andere Dinge übers Elsass schreiben? Das wiederum überschneidet sich mit meiner Europa-Arbeit. Wenn wir unsere Deadlines hinter uns haben, wollen wir überprüfen, ob sich da nicht zweisprachig etwas machen lässt. Auch mit der Option Ebook will ich mich näher beschäftigen, weil gerade im Bereich Tourismus Updates keine schlechte Sache wären. Ich kann mir also vorstellen, dass es einmal mehr von mir zum Thema geben wird - nur brauche ich zur Entwicklung einen absolut freien Kopf, also Freizeit.

Wer so lange nicht warten mag, wird im Frühjahr einen neuen Rundwanderweg zwischen dem pfälzischen Nothweiler und dem elsässischen Wingen genießen können, der "Grenzgängerweg / Sentier à saute frontière" heißen wird. Zusätzlich zu den künstlerisch gestalteten Schildern wird es eine farbige Broschüre mit wunderschönen Fotos geben. Wenn es soweit ist, werde ich das Projekt hier vorstellen, an dem wir derzeit mit Hochdruck arbeiten.

Kommentare:

  1. Gratuliere, Petra, das ist wirklich eine wunderbare Nachricht!

    Christa

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  2. Gern geschehen, aber auch wir haben zu danken.

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  3. Jetzt mal im Ernst, Petra: Wundert es Dich wirklich, dass das Buch immer noch läuft? Ich finde nämlich, es ist als Gesamtpaket (Inhalte, Stil, Kombination mit Rezepten, Aufmachung) eines der wirklich schönen. Und klein (und preisgünstig) genug, dass man es mal so mitbringen kann.....

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  4. Nein, natürlich wundert es mich nicht, Sabine, es war ja auch von vornherein auf "Langzeit" geplant und geschrieben (deshalb gibt's darin auch keine Restauranttipps, wo der Koch zwischenzeitlich kündigen könnte). Trotzdem steckt man ja nicht drin...

    Es amüsiert mich im Gegenteil, dass man bei einem Literaturverlag mehr Bücher verkaufen kann als bei einem Publikumsverlag (selbst von Kollegen wird gern das Gegenteil behauptet), so dass sich bewahrheitet, was das Video oben rechts sagt.

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