Aprilscherz entlarvt

Drei seltsame Meldungen gestern - welche war der Aprilscherz? Eigentlich ganz einfach: Die Villacher "Nacht der schlechten Texte" gibt es in Österreich wirklich, die Presseberichte auf der dazugehörigen Website und die Aufnahmen auf den CDs sprechen Bände. Und auch ein Ex-Monty-Python kann bürgerliche Berufe ausüben. Thomas hat die goldene Waschmaschine gewonnen, "völlig neuer Wind" war natürlich ein Aprilscherz! Auf solche neue Zeiten müssen wir noch lang warten...

Eigentlich war's ganz einfach: Ein Verlag, der freiwillig bei allem "starke-Frauen-Geschwätz" eine Genderstudie in Auftrag gibt und sich womöglich auch noch dafür interessiert, was das nicht bediente Publikum liest - den gibt es nur in schrägen Träumen. Auch die Studie war erfunden. Und was mich betrifft: Ich würde nie vertrauliche Briefe ins Internet setzen, auch nicht ge-xxxxx. Facebook, Twitter und die nebligen Kollegen nennt man dann "künstliche Schaffung von Relevanz" und Authentizität, wenn man so will. Ein beliebter Manipulationstrick in gewissen Zweigen des Journalismus...

Zum Trost: Es gibt jede Menge verdammt guter Bücher mit Männern und Menschen, in denen sich jeder wiederfinden oder reiben kann. Ich lese gerade eins davon, brillant in der Verschränkung von Geschichte und Gegenwart, später sag ich vielleicht noch etwas mehr dazu. Bis dahin hoffe ich, dass ich nicht allzu schnell damit durch bin, weil es so ein Vergnügen macht. Wenn man Hemon in einem Atemzug mit Jonathan Safran Foer nennt, ist da etwas dran. Er schreibt ganz anders, aber diejenigen, die den einen lieben, werden auch sein Buch gern lesen.
Lesetipp:
Aleksandar Hemon: Lazarus, Knaus Verlag

1 Kommentar:

  1. Wars doch ein Scherz?? Ach schade. Ich hatte es befürchtet, aber gehofft, dass was dran wäre.

    Einfach weils immer schön ist, wenn mir Intelligenz entgegenspringt. :)

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