Bücher mit Atomstrom?

Ohne Agitation betreiben zu wollen: Die Sache mit dem Atomstrom und den Büchermenschen hat eine aktuelle Dimension erreicht. Bisher war es vielleicht nur Insidern bekannt - die Hamburger Lesetage, eine bekannte Institution, wird inzwischen massiv vom Sponsor Vattenfall instrumentalisiert. Vom 6. bis 15. April ist es wieder so weit - wer auch immer dort auftritt und mitmacht, trägt unwillkürlich die Werbung für den Konzern weiter.
Eine Gegenaktion hat nun genug davon und ruft ein alternatives Lesefest und Aktionen aus. Informationen für Büchermenschen und für ganz normale Stromverbraucher gibt es bei "Tschüss Vattenfall" und im Blog "Lesetage selber machen - Vattenfall Tschüss sagen". Den Aufruf des Verlags Edition Nautilus, der genau beschreibt, wie die Lesetage und die Mitwirkenden benutzt werden, haben bereits auch zahlreiche AutorInnen unterzeichnet.

Ebenfalls eine völlig neue aktuelle Dimension bekommt die jährliche Aktion des WWF "Earth Hour", die sich an alle richtet. Am 26. März sollen zur gleichen Zeit (in D um 20:30 Uhr) symbolisch auf der ganzen Erde die Lichter ausgeschaltet werden. Vielleicht belässt man es nicht nur beim Licht ... Mein Kritikpunkt: Die vielen aufwändigen Spielereien und Gimmicks auf der Website dürften den Stromverbrauch von ein paar Energiesparbirnen wohl wett machen. Denn das Internet entwickelt sich langsam zu einem gigantischen Stromfresser (s. auch Artikel bei Heise).

Und wie ist das eigentlich mit den vielgepriesenen Readern und E-Books (abgesehen vom Elektroschrott)? Ein gedrucktes Buch kann man auch beim Licht einer Kerze noch lesen - und man muss es auch nach hundert Lesern oder in hundert Jahren nicht aufladen.

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