Was Verlage leisten

Es kommt immer häufiger auch in den Medien die Frage auf, ob sich manche Verlage nicht langsam selbst überflüssig machen. Prominente Autoren in den USA gehen dank neuer technischer, bezahlbarer Möglichkeiten schon versuchsweise eigene Wege.

Nun finde ich, dass Verlage längst nicht überflüssig sind, weil sie Vieles leisten, was ich mir als Autor nicht leisten müssen möchte. Das fängt bei der teuren Bildrechtebeschaffung für Sachbücher an und hört bei professionellen Zuarbeiten auf, die ich sonst einzeln selbst einkaufen müsste (Lektorat, Grafik, Druck etc.)
Zufällig bin ich nun auf eine Webseite gefallen, die mir vermitteln will, warum Verlage so wichtig sind: Was Verlage leisten. Dahinter steckt die "Geschäftsstelle des Verlegerausschusses im Börsenverein des Deutschen Buchhandels".

Und wie ich rechts die Suchwortwolke erblicke, jauchze ich: Da steht ja ganz genau das, was ich von einem Verlag erwarte, endlich sagt das mal jemand laut! Die wollen das Gleiche wie ich!

Man sollte nie die Rechnung mit Realsatire machen.

Klicken Sie mal den Tag "Autorenbetreuung".
Klicken Sie mal das wunderfeine "Suche nach dem Besonderen und Innovativen".
Warum habe ich das eigentlich geahnt?

update:

Ich SCHWÖRE, zum Zeitpunkt meines Beitrags waren beide Tags jungfräulich LEER (sind die Direktlinks bei mir immer noch und die Innovationen auch).
Ich habe aber den Beitrag getwittert, Stichwort virale Information...
Das muss man dem Börsenverein lassen, er ist schneller, als die Linktatütatas das erlauben. Wenn ich mir jetzt noch etwas zu Weihnachten wünschen könnte: Unter Autorenbetreuung verstehen wir Autoren ein bißchen etwas anderes. Nicht, dass ich keinen Verlag kennen würde, der das nicht vortrefflich beherrscht - nur ist Autorenbetreuung mehr als Lizenzhandel, Meinungen und Lektorat.


Hihi, jetzt bin ich mal gespannt, welche Heinzelmännchen hier herumlesen. Schön'Ahmd!

Kommentare:

  1. Na denen haben Sie ja Beine gemacht. Kaum ist Ihr Blogpost veröffentlicht, stehen auch schon Texte unter den jeweiligen Tags. Es finden sich sogar einige wunderbare Sätze wie der von Markus Weber vom Moritz Verlag: "Verlage machen sich stark für ihre Autoren, denn ohne diese können sie nicht existieren."
    Ach, Herr Weber, "you made my day!"

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  2. Ich sehe schon, ich rede mich in diesem Blog noch einmal um Kopf und Kragen.
    Wie sagte die französische Künstlerberatung in Strasbourg unlängst zu mir: "Wir halten deutsche Autoren für mutige Hasardeure, dass sie sich einzig und allein auf Verlage verlassen wollen. Wovon leben diese Autoren?"
    Was hab ich daraufhin gestottert...

    Andere Länder, andere Sitten. Bonsoir :-)

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  3. und jetzt sind die Tags wieder leer.
    Hmmmm.
    Schade, denn ich war auch neugierig - Stichwort Frankfurter oder Leipziger Buchmesse und die Zeitschrifftenvielfalt die ich regelmaesig a Bahnhoefen bestaune.

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  4. Weniger Realsatire als real existierendes Internet. Oder anders: die Satire ist eher eine technische. Offenbar werden die dynamisch generierten Tag-IDs nicht immer korrekt aufgelöst. Manchmal klappts erst beim erneuten Seitenaufruf richtig. Das müssen wir ändern und schnellstmöglich umziehen mit den schönen Inhalten! Ach, wir schwimmen doch alle in die gleiche Richtung.

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  5. Ich vermute, dass es sich hier um ein techn. Problem handelt und die Felder deshalb leer zu sein scheinen. Ich vermute, da verbarg sich schon immer Text hinter den Schlagworten, sonst hätten sie den Weg in die Tagcloud nicht gefunden.

    Ansonsten: nette Idee, aber haben die Verlage da nicht ein Glaubwürdigkeitsproblem?

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  6. Och, jetzt wollte ich einfach nur mal ein Späßle machen ... es hat so wunderschön auf einige Diskussionen hier gepasst!

    Aber dafür haben Sie mich alle zusammen inspiriert zu einem weiteren Beitrag - ich werde mal erzählen, wie das mit der Autorenbetreuung so aussehen kann, oder auch nicht. Demnächst in diesem Hause.

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  7. Die Löwin hat etwas zu früh gebrüllt, ich muss mir erst eine Form überlegen. Namentlich zitieren kann ich die Kollegenbeispiele unmöglich und ein Artikel unter Decknamen ist kein Journalismus, sondern klingt nach Behauptungen. Mal sehen... Ist das vertrackt.

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