Verlage schreien Hurra

"Hurra, die Krise ist vorbei", jubelt man in der ZEIT (gefunden bei zuckerbrot) und meint damit die Krise, die 2008 viele Autorinnen und Autoren traf. Zuversichtlich gehen mehrere bekannte Verleger ins neue Jahr und sind sich einig: Wirtschaftskrisen wecken das Verlangen nach Büchern, Geschichten, Welterklärungen.
Schön. Fein. Als Autor könnte man sich jetzt beruhigt zurücklehnen.

Aber wenn man genau hinschaut, sind in diesem Artikel ausgerechnet die Verleger versammelt, die schon immer besondere Bücher gemacht haben. Die Autoren und Bücher noch nie als reine Profitcenter betrachtet haben. Die Bücher und Autoren noch richtig pflegen. Es sind nur die versammelt, die wirklich Verlegerpersönlichkeiten sind.

Was aber meinen die Verleger, pardon, Konzernchefs, die in den vergangenen Jahren eben das nicht taten? Die sich aufgebläht haben über Trends, die man bis zum Erbrechen auslutscht? Die Verlage aufgekauft haben wie andere Banken? Wie wird es der reinen Unterhaltungsbranche gehen, die unfähig war, sich zu diversifizieren? Wie wird es diesem Gros der Autoren gehen, das seit Jahren am Outsourcing von Lektoren leidet, an immer komplexeren und behäbigeren Entscheidungsstrukturen? Wie wird das Publikum in einer Krise auf Bücher reagieren, die als reines Profitcenter geplant wurden?

Die ZEIT zeichnet nicht, wie beabsichtigt, ein Bild deutscher Verlage in wirtschaftlichen Krisenzeiten. Sie verrät eigentlich nur, wer es besser macht.

1 Kommentar:

  1. Hallo Petra!,

    mir kommen die Kommentare der Verleger auch nicht ganz ehrlich vor. Ist ja auch ein bisschen Werbung für das kommende Programm..

    Herzlichst
    jueb

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