Daisy und Gustav

Als bekennender Entenhausen-Fan hätte ich es mir denken können: Daisy als weiß-gesagte Schneesturmkatastrophe war eine Zeitungsente, so dick, wie nicht einmal gestopfte Weihnachtsenten sein können. Nur bin ich nicht Gustav, der Glückspilz. Was also macht man, wenn man am Rand der Nordvogesen heute schon zum vierten Mal den knubbeligen kleinen 313 freigeschaufelt hat und abends feiern gehen will? Obwohl der Schneepflug den ganzen Tag irgendwo geschlafen hat? Ganz genau: man hat in donaldscher Laune genug vom Umstand und kramt stattdessen nach der Fähnlein-Fieselschweif-Ausrüstung.

Was für den ostpolnischen Winter gut war, passt immer noch, und minus zehn Grad fühlen sich vergleichsweise warm an. Und die Gummistiefel mit dem riesigen Loch hat man zum Glück rechtzeitig ersetzt. Also beginnt die vertraute Aktion "Donald reist ins All", denn ungefähr so umständlich ist das Anlegen all dieser überflüssigen Ausrüstungsteile wie Stulpen oben und Stulpen unten und Handschuhe und Rucksack. Dann ein tiefes Atemholen auf dem Hügel, der plötzlich aussieht wie ein Berg, ein Anvisieren der ersten Lichter im Nachbardorf unten und schon kann es losgehen. Theoretisch fast Luftlinie, da müsste das Sträßlein verlaufen, das sie seit zwei Tage nicht ausgebuddelt haben.

Der Weg wird sicher eine Freude, denn am anderen Ende glüht nicht Dagoberts Geldspeicher, sondern ein schöner warmer Kachelofen. Und nein, ich denke natürlich überhaupt jetzt noch nicht an den mondlosen Rückweg, zu dem ich eben diesen Berg hochkeuchen muss, während mich mein Hund trocken und gemütlich schlafend im Warmen erwarten wird, wahrscheinlich erstaunt, was diese eisige Schneefrau ihn unbedingt wecken muss. Aber eins weiß ich, wenn die Panzerknacker danach mit dem Schneepflug kommen, dann schieße ich sie mit Klaas Klever auf Mondumlaufbahn, versprochen!

Kommentare:

  1. Sabine Kanzler14/1/10 11:14

    Und? War's schön? Hat sich das Abenteuer der Schneewanderung hin (und vor allem zurück!!!) gelohnt?

    ;-))))

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  2. Vor allem zurück war es unbeschreiblich schön, nichts als Landschaft und vollkommene Stille. Eine unwahrscheinliche Tiefe...

    Ich hätte noch Kilometer wandern können und war dann dementsprechend hellwach. Heute sind die Augen dafür etwas winzig und ich muss mich jetzt zwingen, meine müden Muskel zu sammeln, um mit dem Energiebolzen von Hund zu laufen...

    Der Panzerknacker vom Nachbardorf wurde dann tatsächlich zur Attraktion. Gegen halb neun raste er mit seinem Kleintraktor herbei, hatte vergessen, den Schneepflug anzumontieren und Salz oder Sand gab es auch nicht. Stattdessen brummte er in höllischem Tempo fast auf zwei Rädern sturzbesoffen um den Dorfbrunnen herum, wie ein Kreisel, immer wieder, brauste weg, kam wieder, fuhr fast den Brunnen zuschanden - nur Schnee geräumt hat er nicht, bis jetzt noch nicht (die Hauptstraßen sind aber seit morgens frei).

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