Bücher wie Badesalz

Eigentlich ist es längst ein alter Hut, weil in der Branche bekannt: Der Erfolg von Büchern wie Autoren wird zunehmend vom Geld bestimmt und die Marktkonzentration macht es Finanzschwächeren immer schwerer. Trotzdem ist der FAZ-Artikel "Das Thalia-Prinzip: Ködern und kassieren" lesenswert. Und vielleicht zeigt er den Leserinnen und Lesern, das sie mit ihrem Einkaufsverhalten nicht nur beim Salami-Discounter über das Wohl und Wehe derer entscheiden, die die Ware herstellen.

Weil ich zufällig für mein nächstes Buch auch bei Douglas herumgeschnüffelt, pardon, recherchiert habe (die Ballets Russes kann man nämlich heute noch riechen), ist mir ein richtig schöner Coup eingefallen, falls ich frecher wäre. Ich könnte nämlich gewisse edle Parfumfirmen fragen, ob sie mir nicht einen Regalplatz für mein Buch sponsern würden. Ich würde es gern neben Shalimar legen. ... Ach, ich bin im falschen Laden???

Kommentare:

  1. Vieles sind die Buchhändler aber auch selbst schuld. Schönes Beispiel war letztes Jahr mein neuer E-Book-Reader.

    Sowas will ja befüllt werden, also schaute ich mich um - gefreut habe ich mich über Verlage, die von sich heraus bereits eBook-Varianten anboten und ja, ich freute mich auch darüber, daß diese meist den einen und anderen Euro preiswerter waren.

    Nur machen viele Verlage das halt noch nicht, also bin ich auf Händler angewiesen gewesen - und war entsetzt. Daß ganz kleine Buchhändler über was nicht verfügen, konnte ich noch nachvollziehen, obwohl so ein einfacher Standard-Shop heute mit ein paar Mausklicks zu bekommen ist. Aber selbst die größeren oder die kleinen Ketten - wie die Mayrsche - hatten alle das absolut identische Warenangebote mit identischer Präsentation der identischen Highlights. Und das wohl deswegen, weil sie alle auf libri.de setzten, denn kurioserweise bekam ich von denen eine Mail, in der sie sich für meine Ameldung bedankten.

    Normalerweise ist so ein Dilletantismus für mich ein ausreichender Grund, umgehend meinen Account zu löschen und woanders hinzugehen. Dummerweise hieß die Aternative Thalia, also versuchte ich ein Buch zu bestellen. Dabeu musste ich dann feststellen, daß es zwar verschiedenste Zahlungsmethoden gab, aber für mich als Erstbesteller nur Kreditkarte. Eine solche habe ich nicht. Bezahlen im Laden, Vorkasse oder Nachname? Fehlanzeige. Nachfrage beim Support erbrachte ein freundlich formuliertest "Dein Problem, interessiert uns nicht!" - man war an meinem Geld offensichtlich nicht interessiert.

    Das Ende vom Lied? Ich ging zu Thalia - vernünftige Technik, Lastschrift gleich beim ersten mal, vernünftiger Service. Bei amerikanischen Originalen kaufe ich immer noch in kleinen Läden oder direkt beim Verlag, wenn sie es anbieten.

    Buchhändler sollten im Zeitalter von Amazon so langsam begriffen haben, daß es mit einem "Kann ich ihnen bestellen, können sie Morgen abholen" und einem sonstigen allfälligem dekorativen rumstehen in der Nähe der Kasse einfach nicht mehr getan ist - der Buchhändler, der erfasst, daß sich seine Rolle wandelt, wird auch überleben.

    Das gleiche gilt natürlich zunehmend auch für Verlage, wenn auch in wesentlich weniger dramatischer Form.

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  2. Ich kann da leider aus Frankreich gar nicht mitreden - und mein Leib- und Magenbuchhändler in Baden-Baden steht alles andere als dekorativ an der Kasse, im Gegenteil, der gute Mann wäre wahrscheinlich froh, wenn er dazu mal Zeit hätte. ;-)

    Übrigens: Bitte Vorsicht mit Firmennamen bei Beschwerden. Im Gegensatz zur FAZ kann ich als klitzekleine private Bloggerin leider kein Anwaltskollektiv bezahlen, falls es mal Abwahn gäbe - solche Kommentare dann ruhig direkt bei der FAZ loswerden.

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