Bücherfrauen, Büchermänner

Ich freue mich gerade sehr. Eben habe ich per Mail erfahren, dass ich nun "ordentliches Mitglied" bei den Bücherfrauen bin, wo ich mich aufgrund der Landkarte für die Gruppe Rhein-Neckar entschieden habe. Einer der ausschlaggebenden Gründe, Stuttgart zu verschmähen, sind tatsächlich die vielen Staus und das Chaos um Stuttgart 21. Da wäre ich dann doch ebenso schnell in Paris... Ziemlich neugierig bin ich natürlich jetzt auf das Netzwerk!

Ansonsten schätze ich heute sehr die Büchermänner. Nicht, dass die ein eigenes Netzwerk hätten, aber da kann ich heute zum Glück einige in Sachen Software und Buchherstellung löchern, ohne dass sie krampfhaft dpi-Größen nachschlagen müssen oder von Schlagwörtern wie CMYK erschlagen werden. Mein "kleines" Laienproblem, in einem pdf zum Buch einfach die Fotos auszutauschen, entpuppte sich druckereitechnisch als Knobelaufgabe.

Niederschmetternd auch folgende Erkenntnis: Wer mehr als einmal oder mehr als aus Hobby ein Buch im PoD-Verfahren herstellen lassen möchte, kommt um Profisoftware wie Indesign eigentlich kaum herum - Word produziert nicht nur zu viele Schwachstellen und potentielle Fehlerquellen, es ist vor allem bei Büchern mit Fotos / Grafiken nicht ausreichend. Profisoftware ist jedoch so brutal teuer, dass sich das ganze Unterfangen nicht rechnet. Allerdings kostet ein Hersteller auch Geld, so dass sich irgendwann die Anschaffung der Software lohnt. Die sollte man aber auch im Schlaf beherrschen lernen, sonst braucht man wiederum den Hersteller. Nun habe ich das kostenlose Scribus als Notlösung heruntergeladen und hoffe das Beste. Vorgewarnt wurde ich bereits...

Auf der anderen Seite versuche ich mich mit all den Horden von BoD-Usern zu trösten, die ja auch nur mit Word ein Buch gebacken haben. Aber vielleicht sehen diese Bücher dann auch "selbstgebacken" aus? Das Fazit meiner Serie "Ich bastle ein Buch" steht jedenfalls jetzt schon fest: Das erste in allen Arbeitsschritten selbst zur Druckreife gebrachte Buch ist das schwerste - und es verlangt entweder Mitarbeit aller möglicher Profis oder eine Menge Kalorien für intensiv verbranntes Hirnschmalz! Ein anderes Fazit befürchte ich: Man gibt entweder gleich auf oder wird danach erst richtig süchtig...
Wenn ich gleich zum Austesten die neue Software öffnen werde, kommt mir wahrscheinlich der ganz große Katzenjammer.

Kommentare:

  1. Das Thema mit dem Indesign usw. kennen wir. Deswegen empfehlen wir den Autoren auch sich eher auf das Schreiben zu konzentrieren und das Formatieren und Aufbereiten für die verschiedenen Vertriebskanäle usw. den ohnehin nur auf Erfolgsbasis arbeitenden jungen Internetunternehmen die sich darauf spezialisiert haben zu überlassen. Ich (auch eine Frau) betreibe z.B. www.macheinbuch.de wo wir uns genau auf das spezialisiert haben (wobei es jede Menge anderer Dienstleister gibt). Und die Aufbereitung der Bücher für Kindle usw. wird immer komplizierter werden. ClaudiaMexx

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  2. Auch wenn Sie eine Frau sind, war das eben offene Schleichwerbung, die ich im Blog nicht schätze, vor allem, wenn man sich sonst nie hier beteiligt.
    Ich könnte mich nämlich dann nicht mehr vor Angeboten von Plattformen retten, die mit Leuten wie mir Geld verdienen wollen. Sie schießen derzeit wie die Pilze aus dem Boden.

    Ich sage Ihnen offen, was ich davon halte: Wenn ich für ein PoD-Buch mehr als einen Profi - selbst zu Dumpingpreisen - für die Buchherstellung beschäftigen muss, ist das Projekt wirtschaftlich absolut nicht mehr profitabel und vom Autor aus gesehen Selbstbetrug. Machen wir uns nichts vor - die Absatzzahlen in diesem Bereich sind absolut lächerlich.

    Nach Abschluss meines Experiments werde ich eine Rechnung im Blog präsentieren, von der ich jetzt schon weiß was sie zeigen wird: Man muss verrückt sein, wenn man so ein Projekt ohne eigene Kenntnisse und bestimmte Marketingvoraussetzungen lanciert.

    Ich kann nur allen Autoren empfehlen, diese Energie darauf zu verwenden, um bei einem echten Verlag unterzukommen. Und wenn es dann z.B. für die Backlist oder ein Nischenprojekt der Eigenbau sein soll, dann sollte man sich schlicht auf den Hosenboden setzen oder mit Kollegen vernetzen - sonst wird das Ganze ein Geldgrab - abgesehen von den oft zweifelhaften Verträgen, mit denen man manchmal konfrontiert wird.

    Per Twitter bekam ich übrigens einen hervorragenden Tipp: InDesign kann man in älteren Versionen, die absolut tauglich sind, äußerst günstig kaufen.
    Die Aufbereitung für Kindle ist übrigens erstaunlich einfach und im Web oder durch Kollegenhilfe ganz umsonst zu erlernen.

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  3. Noch ein paar allgemeine Tipps für AutorInnen, die sich irgendeiner Veröffentlichungs-Plattform anvertrauen wollen:

    1. Trau, schau, wem, wenn alles "all inclusive" und irre billig und mit irre Verdienstmöglichkeiten angeboten wird. Wie ich in meinem Beitrag http://cronenburg.blogspot.com/2011/01/brotchen-backen.html
    bereits geschrieben habe, kann Leistung zu absoluten "Niedrigpreisen" kaum professionelle Leistung sein.
    Und nicht immer ist der billigste Anbieter der preiswerteste.

    2. Der Teufel steckt im Detail: Kleingedrucktes und Autorenverträge akribisch studieren. Nicht immer steht dort das, was ein professioneller Autor auch nur ansatzweise freiwillig unterschreiben würde. Normverträge zum Vergleich und Beratung bietet http://mediafon.net

    3. Viele Plattformen erledigen sich bereits beim Lesen der Unternehmenswebsite. Wenn es schon dort Rechtschreibfehler und Satzbauschwächen hagelt, kann man gewiss sein, dass auch das "Lektorat" aus der Kaffeemaschine kommt! Und solche Websites gibt es mehr, als man zu befürchten wagt!

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