Blattkritik

Uff, es ist geschafft. Eine ganze Woche das Special "Frauenwoche für Buchmacherinnen" ausgedacht, recherchiert, geschrieben, betreut, erfragt, beworben, korrigiert und organisiert. Und wie das in Sabbatsemestern offensichtlich so ist, kam in dieser Woche auch alles andere auf einmal: Endendendlektorat der Übersetzung, eine Lyrikübersetzung, aufwändiger Behördenschriftverkehr und und und... Am Samstag Abend war ich erleichtert, erschöpft und stolz, wirklich alles geschafft zu haben. Doch so schön das ist, dass man heutzutage ganz allein "Ich mache eine Zeitschrift" spielen kann - mir fehlt etwas. Mir fehlt ganz gewaltig eine schöne Institution namens "Blattkritik", wenn die beteiligten Redakteure konferieren und sich gegenseitig kritisieren, um es das nächste Mal besser zu machen.

Ich kann das natürlich mit mir selbst durchspielen und meine Erkenntnisse und Eindrücke wiedergeben. Was bringt eine Themenwoche im Blog, wo liegen die Haken?

Anders als bei Zeitungen / Zeitschriften könnte das Medium "Blog" von der Dichte und Länge überfordert sein. Obwohl das ausdrückliche Angebot besteht, Artikel über längere Zeiträume nachlesen zu können, scheinen mir BlogleserInnen doch schnelllebiger zu denken. Ist es ein Indiz, dass die Kommentare schlagartig ausbleiben? Ist es ein Indiz, dass Applaus- und Buhtaste sehr viel weniger geklickt werden als sonst? Oder wird auch in Zeitungen / Zeitschriften inziwschen bei einem Special nur der Aufmacher gelesen?

Eine Themenwoche - vor allem, wenn sie wie diese nach außen verknüpft wird (ich danke den Bücherfrauen und der Mädchenmannschaft) - zieht eine erstaunliche Menge völlig neuer Leserkreise an. Unerwartet für mich: Es sind auch diese neuen Leserkreise, die verlinken und empfehlen, seltenst die StammleserInnen. Hier liegt ein Potential, aber auch eine Gefahr: Ab wann vergrault man sich die StammleserInnen, die ihr gewohntes Umfeld vermissen oder mit einem Spezialthema nichts anfangen können? Wie kann man die NeuleserInnen auch nach der Themenwoche begeistern? (Notiz: Twitter ist inzwischen ein unverzichtbares Instrument für "Neuzugänge" geworden).

Man sollte auch in Blogs mehr mit journalistischen Formen experimentieren. Nicht nur während der Frauenwoche habe ich festgestellt, dass Interviews besonders gern gelesen werden - vorausgesetzt, man bringt nicht nur eine nette Plauderei, sondern bietet auch genügend Informationsgehalt.

Interviews sind eine hervorragende Methode, ein Blog zu öffnen und andere Menschen einzubinden. Man sollte aber nicht die Arbeit unterschätzen. Dabei meine ich nicht einmal die Gesprächsführung. Es ist ungemein viel einfacher, ein mündliches Interview zu führen, das man ohne Authentifizieren ins Blatt heben kann. Abgesehen davon, dass schriftliche Interviews nie so lebendig werden, muss man hier auch nachträglich mehr nachfragen, kann nicht spontan auf eine Aussage reagieren oder muss mehr erklären. Und leider ist es auch eine Platzfrage im Blog, wie man Substanz konzentrieren kann.

Eine Themenwoche dieser Größe überschreitet die Grenze zur Selbstausbeutung. Da steckt einfach so viel professionelle Arbeit drin, dass man sich schon fragt, warum man das nicht bezahlt woanders macht. Idealismus ist also doppelt von Nöten.

Aber - mir hat die Themenwoche auch hinter den Kulissen derart viele interessante Kontakte in die Buchbranche gebracht, dass sich das schon deshalb gelohnt hat. Die beiden Interviews und die Zusammenarbeit mit den Bücherfrauen, die mir technisch geholfen haben und sogar ihre eigenen Texte brav selbst korrigierten (welch Luxus), haben mich schließlich dazu gebracht, mich in dem Verein anzumelden. Nun fühle ich mich in Frankreich etwas weniger abgeschnitten. Natürlich lässt sich so ein Ergebnis nicht verallgemeinern. Aber ich denke, Specials können für Kontakte zu anderen Menschen sorgen.

Die Auswertung der Themenwoche und meines Blogs an sich zeigt mir außerdem sehr deutlich, was Leser am meisten bevorzugen und wo eher ein paar Stammleser sich heftig engagieren oder neue "Surfer" vorbeikommen. Ganz am Ende der Beliebtheitsskala liegen - man glaubt es kaum - die lockeren Artikelchen, in denen eine Autorin von ihrer täglichen Arbeit oder ihren Büchern erzählt. Heiß begehrt: Insider-Infos und provokative Themen.

Spätestens hier ist Analyse angesagt: Warum macht man so ein Blog? Wen will man ansprechen? Was will man davon haben? Mein eigenes Fazit wird immer deutlicher: Ich erreiche hier nur in Ausnahmefällen potentielle LeserInnen meiner Bücher. Ich erreiche interessante Kontakte in der Buchbranche und schärfe mein Profil als "Marke". Für reine LeserInnenkontakte eignet sich jedoch ein Blog zum Buch eher als ein Autorenblog - ich habe den Vergleich mit dem Nijinsky-Blog. Für Autoren, die wie ich sehr unterschiedliche Bücher schreiben, bedeutet das jedoch einen immensen Arbeitsaufwand mit nicht immer garantiertem Ergebnis. Man steht also immer vor der Frage: Baue ich mich selbst als Marke auf oder baue ich eine Schublade für meine Bücher auf?

Das waren meine spontanen Beobachtungen vor einer undurchsichtigen Wand - ich kann in meine Leserinnen und Leser ja nicht hineinschauen. Darum an alle die Frage: Was hat gefallen, was kann man besser machen? Ich bin dankbar für jedes Feedback!

Kommentare:

  1. "Darum an alle die Frage: Was hat gefallen, was kann man besser machen? Ich bin dankbar für jedes Feedback!"

    Liebe Petra,

    ich finde es ungeheuer gut, was du machst, aber als treue Leserin deines Blogs und Autorin, die selbst bis über beide Ohren in Arbeit steckt, kann ich mich da zeitweilig nicht engagieren, auch nicht alles lesen. Die für mich interessanten Artikel hast du ja schon genannt.

    Herzlichst
    Christa

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  2. Liebe Petra, ich habe die Beiträge nicht ganz so intensiv verfolgt, es kam ja wie eine Welle, und ich bin neu bei Twitter, aber ich stehe hinter dem Anliegen und unterstütze immer, wenn Frauen sich mit einer eigenen Stimme melden. Ich habe den Artikel Deines Werdegangs gelesen, und er hat mich schon sehr erregt, ich wollte Dir schon spontan anworten, wie es in der Krimiszene aussieht, aber jetzt, wo ich wieder auf Normallevel bin, lasse ich es lieber sein. Vielleicht später mal.
    Ich danke Dir für das Engagement, wir Frauen haben es bitter nötig, uns nach Gleichgesinnten umzuschauen.

    LG

    Henny

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  3. Ich werde mich zunächst hier nicht einmischen, sondern erst Stimmen sammeln. Eine Frage hätte ich aber noch: Wie haben sich die Männer während der Frauenwoche gefühlt? Konnten sie von den Themen auch etwas profitieren? Oder haben sie einfach abgeschaltet?

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  4. Es ist wie beim Zeitunglesen. Manche Artikel interessieren mehr, manche weniger. Letztere überfliege ich - wie überall.

    Mit der Blogform habe ich ein Problem. Wenn viele neue Beiträge in kurzer Zeit kommen, dann sind halt die alten so gut wie weg. Das finde ich schade, aber das lässt sich in dieser kostenfreien und daher nur begrenzt gestaltbaren Form wohl nicht ändern.

    Schön fände ich, die verschiednen Blogs so wie in Internetforen geordnet zu haben. Damit könnte man auch alte Diskussionen und Themen leichter wieder hochholen.

    Eine andere Lösung? Nicht so viel auf einmal und nicht so schnell hintereinander. Aber auch irgendwie blöde! Hm...

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  5. Wie haben sich die Männer während der Frauenwoche gefühlt? Konnten sie von den Themen auch etwas profitieren? Oder haben sie einfach abgeschaltet?

    Es gibt auch Themen VON Frauen FÜR Frauen, die mich interessieren und bei denen ich etwas lerne.
    Ich schalte nur ab, wenn mich ein "Überangebot" erschlägt.
    Ich hatte aber persönliche Gründe, diese Woche mich entscheiden zu müssen: Verfolge ich statt 20 nur 10 Blogs - oder lese ich in 20 Blog nur die Hälfte.
    Nach wie vor ist lesen und DANN auch noch kommentieren noch eine weitere Entscheidung.

    Sabine,
    ein Blog "KANN" ebenso gestaltet werden, wie ein Forum. Alle Organisationsformen haben Vor- und Nachteile.
    Jedes Blog hat eine Archivfunktion, Suchfunktion und andere Möglichkeiten, auch ältere Artikel zu finden und zu lesen. Besoinders gut eignet sich die RSS- oder Atom-Feed Funktion, von seinen Lieblingsblogs die Übersicht zu behalten, auch wenn man mal "hinterherhinkt".

    Ein "Kritik" für Petra: Für "Laufkundschaft" sind die Links und Informationen im rechten Frame ein "unüberschaubar" großes, nicht "sortiertes" Angebot. Vielleicht werden deshalb Archiv-Listen übersehen?

    Gruß Heinrich

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  6. Frauke Ehlers18/1/11 08:19

    Nun liebe PvC, ich habe aufgrund Ihrer schönen Tweets ja auch recht regelmäßig Ihre Blogbeiträge außerhalb der Frauenwoche gelesen. Die Aufmerksamkeit letzte Woche war aufgrund der Involviertheit der BücherFrauen war naturgemäß noch höher als sonst. Ich fand, Sie haben hohes Tempo gefahren, was mir gut gefallen hat. Vielleicht können ja bei einer nächsten Frauenwoche die BücherFrauen noch mehr unterstützen - das es nicht so ein alleiniger Kraftakt wird.
    Ihren biographischen Beitrag, der Scheitern Beitrag fand ich stark, so wie es meist ist wenn Menschen Persönliches rauslassen.
    Also mir und ich denke noch einigen anderen BFs hat es großen Spaß gemacht - danke für Ihre Initiative. Von IPhone geschrieben, Schreibfehler bitte ich zu entschuldigen.

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  7. Ganz herzlichen Dank an alle, die sich hier schon einmal beteiligt haben! Die Komplimente nehme ich natürlich zu gern entgegen - und was die Kritik anbelangt, so trifft sie mein eigenes Unbehagen! Ich fasse das mal zusammen:

    Blogs werden als *extrem* schnelllebig empfunden, *obwohl* ein Archiv besteht, obwohl noch alle Beiträge auf einer Seite stehen, obwohl alle Beiträge zur Frauenwoche rechts längere Zeit verlinkt sind, obwohl man das Blog per "tags" durchsuchen kann (z.B. "das Interview"), obwohl man sogar mit der wibiya-Leiste bequem zurückscrollen kann. (Ich denke mal, es ist wie bei Word: Wenn man damit tippen kann, nimmt man die anderen Funktionen kaum noch wahr ;-)

    Hier verweise ich ausdrücklich auf Heinrichs gute Tipps, dieses Blog als Feed zu abonnieren, mein Archiv zu nutzen (man kann die Monate aufklappen, wenn man auf den Pfeil klickt!) und vor allem die bloginterne Google-Suche im Menu! Außerdem gibt es auf der Leiste unten am Bildschirmrand den Button "entdecken", wo man alte Artikel im Zufallsprinzip hochholen kann.

    Und ich werde mein Menu aufräumen und umstrukturieren und einiges an den Fuß des Blogs verschieben. Was wieder den Nachteil hat, dass die meisten Leser so weit gar nicht herunterschauen. Das ist das Problem im Internet, finde ich: Alles soll auf dem Anfangs-Screen vorhanden sein, aber bitte nicht alles auf einmal ;-)

    Umgestaltung Richtung Forumtechnik: Ist natürlich machbar, aber dann rennen wieder all die Leute weg, die Forentechnik blöde finden. Ich zum Beispiel ;-)
    ...

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  8. Es hilft aber nichts, wenn ich alleine einen Blog finde und ggf. etwas "nachkommentiere", wenn das nicht in irgendeiner Weise den Blog wieder für alle sichtbar "hochholt". Ich will ja nicht immer nur nachlesen, sondern ggf. den weiterführenden Austausch...

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  9. ok, jetzt verstehe ich! Ich selbst bekomme späte Kommentare (die dann moderiert sind) per Mail geschickt und kann also gut antworten. Genauso müssten alle, die das Kommentarfeed abonniert haben, solche Kommentare im Feed haben! (Feedabos unten an der Seite). Das schränkt natürlich die Leserschaft ein, weil nicht alle Abonnenten sind.

    Aber mehr technischer Aufwand lohnt nicht für ein Blog, ich bekomme nur etwa zweimal jährlich einen Kommentar zu einem Beitrag, der älter ist als acht Tage.
    Sollte ich tatsächlich ein Bedürfnis von mehreren bemerken, die über einen alten Beitrag diskutieren wollen, wäre es ein leichtes, diesen noch einmal nach oben zu kopieren. Ist aber noch nie vorgekommen.

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  10. Petra, dass das noch nie vorgekommen ist, mag an der Grundsatzfrage liegen, ob die Henne oder das Ei zuerst da war.

    Ich kenne es aus meiner Moderationstätigkeit einer sehr großen Gruppe, dass Threads überhaupt nicht laufen, obwohl man meint, den Wahnsinnsbezug zur aktuellen Situation hergestellt zu haben.
    und dann findet Wochen später ein Neuankömmling das Thema, greift es in irgendeiner spannenden Weise auf und schwupps! Der Thread läuft auf einmal wies Brezelbacken!

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  11. Wegen der "Aufmerksamkeitsspanne" überlege ich fürs nächste Mal Alternativen, evtl. einen Schwerpunkt, der innerhalb eines Monats immer wieder "aufleuchtet", mit höchstens einem Highlight pro Woche. Problem wird dann die Werbung zum Blog - die verpufft nämlich noch schneller als die Leseaufmerksamkeit ;-) Mal sehen...
    Außerdem denkbar: Gastautoren / Blogparade etc.

    Erstaunlich für mich: Wie groß das Bedürfnis nach weiblicher Sicht in der Branche immer noch oder wieder ist! Bei den Recherchen habe ich dann bemerkt, wie oft wir Frauen tatsächlich einfach nicht vorkommen, z.B. im Feuilleton (oder Krimiszene). Da werden sicher immer wieder Themen bei mir auftauchen.

    Scheitern-Beitrag:
    Ich mag die Möglichkeit beim Bloggen, "heiße" Themen aufs Persönliche herunterzubrechen, weil man dabei auch Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen ansprechen kann, ohne diese verraten zu müssen. Denn solche Sachen werden ja eigentlich nur hinter vorgehaltener Hand erzählt. Vertraulichkeit ist für mich oberstes Gebot.

    Ich erzählte hier natürlich auch nur Ereignisse von nicht nachverfolgbaren Verlagen oder Verlagen, die es so oder mit diesen Mitarbeitern nicht mehr gibt.

    Trotzdem ist das immer eine Gratwanderung. Nicht jeder Kunde aus der freien Wirtschaft, der hier mitlesen mag, weiß es zu schätzen, wenn Buchautorinnen aus dem Nähkästchen plaudern und sich Blößen geben. Und ich möchte nicht wissen, bei wie vielen Verlagsmenschen ich es mir schon verscherzt habe mit meiner provokanten Kritik im Blog.
    Natürlich bringen genau diese Artikel die meisten LeserInnen.

    Ich frage mich manchmal, ob dahinter nicht auch ein wenig Sensationsgier steckt oder die Freude an der Schadenfreude über eine Kollegin. Wünschen würde ich mir, dass solche Beiträge dazu Mut machen, viel öfter laut über solche Dinge zu sprechen und zumindest unter Kollegen zuzugeben, wenn es einem ähnlich geht. Nur so sind Missstände anzugehen.

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  12. @Sabine
    Da muss ich mir grundsätzlich überlegen, wie viel Diskussion / Forum oder wieviel reines Blog will ich eigentlich?
    Lesenswert dazu:
    http://kulturmanagement.wordpress.com/2011/01/17/blogs-und-kommentare-pro-und-contra/

    So schön Kommentare und direkter Kontakt sind - das frisst auch gehörig Zeit!
    Ich bin in Sachen Social media jetzt schon am Anschlag und muss nach dem Sabbatsemester spätestens eher zurückfahren.

    Kommt dazu, dass das Kommentarverhalten völlig zerfasert: Ich bekomme sehr viele Kommentare zu Blogbeiträgen bei Twitter und bei der Frauenwoche gab es auch welche auf Facebook bei den Bücherfrauen (die mir selbst entgehen). Leser kommentieren immer häufiger über unterschiedliche Kanäle!

    Im Moment sehe ich deshalb keinen Nutzen für mich selbst, mit irgendwelchen technischen Sonder-Gimmicks und Zeit-Investment aufzurüsten. Da würde ich eher, falls der Kindle endlich mal nach D. kommt, mein Blog dort als e-Book anbieten (in den USA bereits möglich).

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  13. Nach Auswertung der bit.ly Statistik (weitergegebene Kurz-URLS) gibt es interessante, obwohl nicht repräsentative Erkenntnisse:

    Fast die Hälfte aller "Neuleser" kommt mittlerweile von Twitter und da entsteht auch schon Stammleserschaft. Allerdings hängt der Aufmerksamkeitsfaktor an meiner Formulierungskunst. Je provokativer, komischer oder neugierig machender das Tweet, desto mehr Leser und RTs. Aber: Ein Tweet geht oft schon unter. Man muss die Aktionszeiten seiner Follower kennen und zu unterschiedlichen Zeiten insgesamt etwa 2-3 verschieden formulierte Tweets absetzen.

    Twitter: Bei zu vielen RTs in engem Zeitraum tritt Übersättigung und Klickenthaltung ein.

    Weitergabe via Facebook führte nicht zu einer Steigerung der Leserschaft im Blog, eher im Gegenteil! Auch die Kommentare werden dadurch zu Facebook verlagert und nicht direkt abgesetzt. Die meistgelesenen Blogartikel (und das beobachte ich auch außerhalb der Themenwoche) weisen weder ein Share noch ein Like bei FB auf (andere schon). Von FB zum Blog tröpfelt es sehr viel seichter als von Twitter, außerdem werden die FB-Surfer selten Stammleser, Twitterer eher.
    Was mich in meiner Meinung zu FB eher bestärkt...

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  14. Ja, ich denke, das ist der Knackpunkt. Du musst Dir überlegen, ob Du mitteilen oder kommunizieren willst mit den Blogs.

    Und wenn Du darüber kommunizieren willst, dann gibt es ja wieder zwei Möglichkeiten: die Komunikation läuft für sich, auch unter den Kommentatoren allein - die könnten sich ja schließlich zum Thema auch ganz gut alleine unterhalten. Oder Du verstehst das als Kommunikation mit Dir. Dann musst Du auf jedes Posting individuell antworten und das frisst natürlich Zeit!

    Die erste Variante wäre eher so ein virtueller Literatursalon mit offener Tür für Interessierte. Die Gastgeberin - Du - stellt ein Thema vor und schafft einen gemütlichen oder stilvollen oder anregenden Rahmen. Wer kommt, der kommt, schaut, wer da ist, hält ein Pläuschchen oder diskutiert und streitet ein bisschen, Du wirfst vielleicht mal ein paar Bemerkungen ein, aber widmest Dich ansonsten Deinem Tagwerk.

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  15. Liebe Sabine,
    ich übersetze deine Anregungen im Kopf immer in Technik. So etwas wie diesen Salon hatte ich schon mal - man würde dazu ein Forum und vielleicht sogar Chat-Technik integrieren (bei Blogger sind nämlich sogar die Kommentarmengen pro Beitrag begrenzt, zum Glück hat sie noch niemand gesprengt).
    Wie Heinrich eingeworfen hat, wie du das von Xing kennst, haben diese anderen Medien andere Vor-, aber auch Nachteile.

    Ich habe mich bei diesem Blog klar dafür entschieden, dass ich eine Art Online-Zeitschrift mit der Möglichkeit von Kommentaren biete, wo ich auch als Autorin ansprechbar bin. Wie man das auch bei einer Lesung im echten Leben machen kann - mich in etwas lockerer Atmosphäre zum Text / meiner Arbeit ansprechen.

    Und ich bin aus zwei Gründen auch in den Kommentaren anwesend: Weil ich meine Leser ernst nehme / auf sie eingehen will / das als Service verstehe, Fragen zu beantworten - und weil ich verhindern will, dass es irgendwann so schlimm aussieht wie in unmoderierten Kommentaren der großen Zeitungen. Denn dieses Blog ist eins der Aushängeschilder meiner Arbeit, kein Privatspäßchen. Bisher hat mich diese Version nicht überfordert, aber jedes technische und zeitliche Mehr sprengte dann die Grenzen eines Angebots, das ich für die LeserInnen noch kostenlos halten kann.

    Es bleibt allen da draußen unbenommen, ein Fan-Forum aufzumachen, wo man meine Themen diskutiert, bis die Köpfe rauchen. Ich selbst muss leider sagen, dass ich nach zig üblen Erfahrungen überhaupt nichts mehr von Internetforen halte - sie enden alle früher oder später in einem Sumpf von Intrigen und Missgunst, der dann ewig in den Archivtiefen des Internet festgebacken ist.

    Etwas anderes wäre es, wenn meine LeserInnen anmerkten, ich sei allzu präsent in den Kommentaren und sollte öfter mal schweigen. Dann muss ich nicht die Blogtechnik, sondern mein Kommunikationsverhalten überdenken ;-)

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  16. Etwas anderes wäre es, wenn meine LeserInnen anmerkten, ich sei allzu präsent in den Kommentaren und sollte öfter mal schweigen.

    Auf keinen Fall!

    Ich habe in einigen Blogs aufgehört, zu kommentieren, wenn vom Blogbesitzer nie eine Reaktion kommt. Ich will meine Kommentare nicht "abladen" ohne zu erfahren, dass ich das "richtig" sehe, oder bei meinem Kommentar einen wesentlichen Punkt übersehen habe.
    Wer nur Kommentare haben will, ohne Feedback zu geben, ist einfach unhöflich. Ein einfaches "Danke" oder "freut mich" unter eine Reihe von Kommentaren zu schreiben müssten selbst vielbeschäftigte AutorInnen schaffen - sonst sollen sie die Kommentarfunktion abschalten oder einen "Ghostadmin" für das Blog engagieren. ;)

    Gruß Heinrich

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  17. So verstehe ich mein ständiges Plappern auch, lieber Heinrich. Ich will nicht, dass Leser sich die Mühe machen und die Zeit nehmen, einen Beitrag von mir zu lesen, nachzudenken und einen Kommentar zu formulieren - und dann das Gefühl haben müssten, es sei in den Wind geblasen.
    Manchmal gibt es zwar Kommentare, bei denen mir schlicht nichts einfällt (mit Ein-Wort-Dankes mag ich nicht herumballern), aber ich versuche doch, auf jeden einzugehen - schließlich lerne ich aus den Kommentaren selbst viel.
    Schöne Grüße,
    Petra

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  18. Ich habe erst jetzt Zeit gefunden, die interessanten Beiträge nachzulesen. Danke für die viele Mühe, es ist etliches dabei, was mir neue Einsichten bietet. Auch ich fand den Beitrag mit dem "Scheitern" ausgesprochen interessant - vielleicht auch, weil ich ja selbst im Ausland lebe.
    Und die Bücherfrauen und alles drumherum sind schon ein tolles Projekt. Ich bleibe dran.
    Und jetzt hoffe ich, dass der Kommentar sich auch schicken lässt, mein PC hasst blogger.com, leider).
    lg
    SusanneAmman

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  19. Ist das schön, dass es jetzt endlich mit dem Kommentieren klappt! Danke fürs Feedback.
    Die Probleme mit Blogger sind leider bekannt, aber nicht immer (per Ferndiagnose) lösbar. Beim alten Layout, wie ich es verwende, kann es eigentlich fast nur an den eigenen Sicherheitseinstellungen im Browser oder am Browser selbst liegen. Oder ist die visuelle bestätigung nicht richtig zu lesen?
    Oder es gäbe eine Auslandssperre (dann mal mit http://proximize.me versuchen)
    Aber nun ist der PC ja offensichtlich bekehrt ;-)

    Schöne Grüße nach Amman,
    Petra

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