hegemanndadabluna

Während ich endlich Texte daraus übersetzen sollte, beschäftigt sich die Klappentexterin mit bereits übersetztem Dada und empfiehlt nicht nur das Buch von Adrienne Monnier: Aufzeichnungen aus der Rue de l'Odéon (suhrkamp). Diesmal bietet sie Spaß zum Mitmachen: Wie werde ich mit Schere, Zeitung und Pinzette "eine originelle Schriftstellerin von bezaubernder Empfindsamkeit"?

Es ist wirklich verblüffend einfach, wir wissen ja längst, dass jeder jederzeit Schriftsteller werden kann, man muss nur einfach etwas aufschreiben. Dank Adrienne Monnier, die einst die berühmtesten Künstler der Epoche in ihrer Pariser Buchhandlung versammelt hatte, können wir nun auch innerhalb von Sekunden Lyriker werden!
Das von mir gebastelte Gedicht "Mixa Mixa Mederake" findet sich bei der Klappentexterin in den Kommentaren. Leider sagt die selbstkritische Autorin, dass es dem Poem noch weitgehend an "bezaubernder Empfindsamkeit" mangelt. Und deshalb wird sie für die Butter aufs Brot wohl besser Dada übersetzen...

Vorher gibt's hier wahrscheinlich eine kleine Pause, denn die fremde Haushaltsauflösung läuft auf ihre völlige Auflösung zu (man drücke mir die Daumen, dass die Emmaus-Brüder wirklich ALLES mitnehmen) - und die Auflöserin auf diesselbe. Aber wie ich meine LeserInnen kenne, werden jetzt alle fleißig Lyriker-Unterricht nehmen und ganz berühmt werden!

Für die Prosaischen unter uns empfehle ich eine Filmpause mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm "Paris was a Woman" von Greta Schiller über die Kultur der Zwanziger Jahre in der Stadt der Künste. Während leider die meisten Bücher nur von Männern wie Picasso, Hemingway oder Joyce reden, erlebt man hier, wie lebendig und einflussreich die Frauenwelt war, um Menschen wie Gertrude Stein, Marie Laurencin, Colette, Sylvia Beach und eben Adrienne Monnier. Ich habe mir sagen lassen, der Film sei besser als das Buch von Andrea Weiss: Paris war eine Frau. Leider kann ich das nicht beurteilen, weil ich dem Film immer noch hinterherjage.

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