KSK: Politik als Verwirrspiel

Damit haben die Politiker gestern wohl nicht gerechnet, dass ihnen wegen der Abschaffung der Künstlersozialkasse so viel öffentlicher Protest entgegenschlägt. Und plötzlich gerät das Spiel fast zur Farce, die knallharte Wirklichkeit wird sprachlich abgemildert. Der Bremer Bürgermeister (hat der in der großen Politik viel zu sagen?) spricht von einem Missverständnis und beschreibt einen niedlichen kleinen Arbeitsunfall: er meint damit eine politische Abstimmung, bei der die Abschaffung ausdrücklich gefordert wurde! Einige Länder distanzieren sich, während andere dabei sind. Den Mund machen die auf, die eigentlich nicht abschaffen wollten. Die anderen schweigen.

Es kommt noch besser. Der Kieler Regierungssprecher Christian Hauck wirft dem Kulturrat vor, er habe eine Ente in die Welt gesetzt. Dagegen legt der Geschäftsführer des Kulturrates eindeutige Zahlen vor. Demnach hätten sieben Länder für eine Abschaffung gestimmt, sechs mit Nein, drei sich enthalten.
Die Medien halten sich - obwohl Journalisten Hauptbetroffene sind - derzeit erstaunlich zurück und schreiben eher die Verwirrung fest.

Warten wir ab, ob der Bundesrat am 19. September tatsächlich entscheidet und die Nation zu einer kulturlosen macht - oder ob ein paar Politiker einfach nur mal wieder nicht schweigen konnten. Ob mit oder ohne "Arbeitsunfall" der Bürokratie: die Basis für eine Abschaffung ist breit, sie agiert bereits und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann man den "verwirrten" und von "Missverständnissen" geplagten Betroffenen die Rechnung präsentiert.

Ein Schelm, der Böses beim politischen Rückwärtsrudern denkt. Schon Caesar handelte nach dem Prinzip divide et impera - teile und herrsche...

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