Titelinnen-Metafiktion

Es kann ja schon kaum noch einer lachen über den Kalauer, den die stromlinienförmigen Titel von historischen Romanen provozieren. Selbst Schulkinder wissen, dass die starke Frau aus dem Mittelalter grundsätzlich ein "-in" angehängt bekommt, auch wenn die Autorin in der Öffentlichkeit von sich sagt: "Ich bin Schriftsteller."
Richard Kämmerlings beweist nun in seiner Glosse "Titelrennen", dass die Fraktion der Königinnen, Wanderhuren, Gärtnerinnen und Töchter ernsthafte Konkurrenz bekommt. Metafiktion ist angesagt, schreibt er und nennt als vielleicht schwer verkäuflichen Titel "Die Remittende".
Ach was, sage ich. Daraus machen wir einen Historienroman, eingedeutscht. "Die Remittendin". Verkauft sich wie Butterbier.

Kommentare:

  1. *griiiins*
    Bei regelmäßiger Lektüre deines Blogs lässt sich eine "-innen- und Wanderhurenschädigung" nicht übersehen.
    Gegentherapie?
    Zieh dein Ding durch, das aufregende, was "nur" ein Mann tun könnte laut Lektoren. Ich denke, ich weiß, welches Thema du damit neulich angesprochen hat und ich würd dir eine Realisierung wirklich sehr wünschen.
    Lieben Gruß
    Elke

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  2. Nein, Elke, da interpretierst du wohl zu viel hinein. ;-) Die "-innen"-Titel eignen sich nur hervorragend zur Glosse, weil sie im Gegensatz zu anderen so schön einheitlich sind. Es gibt da allenfalls noch die Projekt-Komplott-Verschwörungs-Titel. Die kann man schlechter überspitzen.

    Und das, was ich derzeit schreibe, mit Vertrag, traut man einer Frau vielleicht auch nicht zu. Ich sehe da also keinerlei Diskriminierungen. Hey, ich bin Besitzerin zweier Krawatten!

    LG, Petra

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