Kleine Sensationen

Während meiner Arbeit am Nijinsky-Projekt hat mir ein Choreograf erzählt, wie er mühsam historische Musik rekonstruiert hatte, die teilweise nie mehr gespielt und damit vergessen wurde. Neben Archiven und Spezialisten ist bei solcher Arbeit neuerdings youtube ein ganz wichtiges Werkzeug. Nicht nur, weil dort inzwischen wahre Schätze historischen Film- und Musikmaterials lagern, die bisher allenfalls Wissenschaftlern und selbst diesen nicht immer zugänglich waren. Man kann über solche Schnipsel auch Menschen ausfindig machen, die Originale, Noten oder anderes Material besitzen. (Umso schlimmer, dass die GEMA in Deutschland den Zugang zu diesen Kulturschätzen blockiert, anstatt endlich wie andere europäische Verwertungsgesellschaften einen Vertrag mit youtube abzuschließen).

Als ich heute zum Frühstück Teile aus der Oper Boris Godunov hörte, dachte ich mir: Warum versuchst du das nicht spaßhalber mal selbst? (In Frankreich habe ich freien Zugang zu allen Videos und die Künstler, die noch leben, werden auch für meine Klicks entlohnt).

Ich war etwas erschüttert beim ersten Fund, dass es so einfach war und ich nicht früher auf die Idee gekommen war. Und dann stellten sich mir wirklich sämtliche Haare auf. Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl, wenn man ein ganz besonderes Musikstück ausgerechnet von dem Sänger hört, den Diaghilew 1908 engagiert hatte...
Ich bitte nach nebenan, ins Nijinsky-Blog, wo ich mich jetzt öfter herumtreiben werde.

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