Es ist so weit

Die Spekulationen wollten nicht abreißen, ob der Kindle je über den Teich nach Deutschland finden würde - und zwar richtig, mit eigenem, inländischen Shop. Wichtig ist die Beantwortung der Frage aus drei Gründen:
  1. Würde ein ähnlicher Erfolg wie in den USA den deutschen Buchhandel gehörig umwälzen.
  2. Bietet Amazon mit 70% Tantiemen selbstverlegenden Autoren bisher die besten Konditionen. Die Abwicklung über die USA ist jedoch noch steuerrechtlich kompliziert und erreicht nicht genügend Publikum im eigenen Land.
  3. Autoren müssen sich dringend überlegen, ob sie ihre E-Book-Rechte in Verlagsverträgen überhaupt noch abtreten wollen. Kommt der Kindle tatsächlich, müssen Verlage mit den Tantiemen von Amazon konkurrieren und sich etwas einfallen lassen.
Nun ist es offensichtlich so weit. Bereits seit einiger Zeit schreibt Amazon vermehrt Jobs in Sachen Kindle in Deutschland aus, darunter den Posten eines PR-Experten. Gestern vermelden Buchreport und Golem, dass die ersten deutschen Großverlage E-Book-Versionen auf die Kindle-Plattform geladen haben. Noch gibt es auf amazon.de keinen eigenen Kindle-Shop - aber bei den derzeitigen Aktivitäten im Hintergrund wird das wohl nicht lange so bleiben. (Gerüchte der Webgemeinde sprechen von einem Termin um Ostern).

Die genauen Umstände kann man bei Golem.de und im Buchreport nachlesen.
Sollte der Kindle-Shop noch in diesem Jahr kommen, werden sich für Selbstvermarkter ungleich größere Chancen ergeben. Und auch der Passus zum Nebenrecht "E-Book" in Autorenverträgen erhält eine völlig neue Bedeutung.

Sollten die gleichen Features wie in den USA kommen, so werde ich z.B. dieses Blog künftig parallel als Kindleversion anbieten. Auch meine beiden Romane "Stechapfel und Belladonna" und "Lavendelblues" sollen als E-Book-Version wieder auf den Markt kommen - allerdings in unterschiedlichen Dateiformaten.

Kommentare:

  1. Wenn es denn ernst wird - machste dann nen Kurs "ebook für Dummies" - am besten live im Elsass, ein kleines Grüppchen und gegen richtig Kohle?

    Ich melde mich schon mal an! Meine ich ganz im Ernst!!

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  2. Du rennst offene Türen bei mir ein, denn ich liebäugle zwecks Finanzierung der Butter auf dem Brot in der Tat damit, später (erst sind andere Arbeiten dran) mein Wissen auch einmal anders zu vermitteln (Kurse + Ratgeber) und vor allem praktisch.

    Allerdings überlege ich, das wegen der besseren Zugänglichkeit vllt. eher online in Richtung e-learning zu machen. Im echten Leben ist die Organisation von Räumlichkeiten plus Übernachtung nicht ganz ohne und kostet die Kunden ja zusätzlich Geld.

    Ich muss darüber mal irgendwann genauer nachdenken und mich mit den BücherFrauen beraten. Aber irgendwann kommt das!
    Was mich bisher abgehalten hat, ist die Zahl von Selbstbastel- und sogar DKZV-Autoren, die in den Volkshochschulen wohlfeil die Wege zum großen Bucherfolg lehrt. Da kann ich nicht mithalten... ;-)

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  3. E-learning ist ein heikles Thema - es ist "kostenguenstig" doch fuer uns Menschen nicht Artgerecht. Buecher und Menschen sind Erlebnisse die eine 3 Dimensionalitaet brauchen, und gerade bei solch einem Kundenkreis ist der gedankliche Austausch beim Essen, Trinken oder sogar Spazierengehen ein Teil des Trainings - informell Gedanken und Erfahrungen auszutauschen. Not to mention die Persoenlichkeit des Trainers.

    Ist der Content gut, kommen auch die richtigen Teilnehmer. Und das kann man ja vorher recherchieren!!

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  4. Petra,

    das mit den Möchtegernautoren lässt sich ganz einfach einmal über den Preis und dann ein Präsenzseminar im Elsass regeln....

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  5. Ich vertreibe ja schon seit einem Jahr meine ebooks auf amazon.com, also in den USA. Die Umsätze sind überschaubar, obwohl es eigentlich (noch) gar nicht viel Konkurrenz gibt. Was wieder zeigt, dass die Hardware-Verbreitung noch nicht durchschlagend ist, im deutschsprachigen Raum. Schätze, wenn amazon.de ihren deutschen Shop launcht, werden sie gehörig Werbung machen, für ihre Geräte und womöglich am Preis etwas ändern.

    Dass sich dann auf amazon.de alles tummelt, was Rang und Namen in der Verlagsbranche hat, ist absehbar. Es bleibt also spannend.

    Richard

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  6. Ich sehe schon, ich habe die richtigen Berater bereits an der Hand :-)
    Ich bin ja auch eher der Live-Typ, vor allem, weil man da persönlich direkt auf Probleme und Fragestellungen eingehen kann, besser diskutiert und weil ich als Improvisateurin weniger Papier vollschreiben muss.
    Trotzdem schwebt mir eher eine Stadt mit Verkehrsanbindung vor als eine Hütte im Bergwald ;-))) Oder ich schließe den Grenzgängerweg gleich an...

    Kommt Zeit, kommt Seminar!

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  7. @Richard
    Amazon hatte vor allem Stellen im Bereich Verkauf und PR für den Kindle ausgeschrieben, die werden das Teil also ganz bestimmt vehement in den Markt drücken.

    Ich persönlich glaube, dass eine größere Konkurrenz und weitere technische Entwicklungen die Reader langfristig billiger machen werden. Im Moment erleben wir Zeiten wie damals, als eine Festplatte noch 4,5 MB hatte und hunderte Euro kostete. Irgendwann werden einem dann die Gigabyte-Sticks nachgeworfen werden... ;-)

    Ich glaube auch der German Angst um die "Schrottpreise" nicht. So mancher E-Book-Leser wird sich trotzdem das Papierbuch kaufen, aber eben gezielter. Und wenn ich mit einem E-Book wirklich mehr biete als beim pdf, nämlich tatsächlich "e" denke, werden das die Leser auch lohnen. Im Moment reizen die meisten E-Books die Möglichkeiten gar nicht aus - und typisches Lesefutter wird auch im Papierformat immer schneller verramscht...

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  8. Das Pilotseminar machste noch in der abgelegenen Bergwelt - sozusagen als Test und undercover.

    Anschließend kannste dann den Preis verdoppeln (weil das Konzept ausgereift und erprobt ist) und damit in die große und weite angebundene Welt gehen.

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  9. Baden-Baden waere doch Ideal.
    So, nun bitte zum content.
    No pressure :-))

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  10. Wenn Autoren nach Italien reisen, um ein sauteures Seminar zu besuchen, dann kommen sie auch ins Elsass :-)
    Nur Mut.

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