Patient schnarcht

Herzlichen Dank für die vielen gedrückten Daumen und Genesungswünsche für Rocco - drum hier zentral ein kleines Lebenszeichen: Der Patient schnarcht, hat zum ersten Mal gepinkelt und schon halb das Bein dabei gehoben und hatte nichts Eiligeres zu tun, als sich unter meinen Schreibtisch zu legen - obwohl ich ihm zuliebe gar nicht arbeiten wollte. Tiere sind ganz schön hart im Nehmen.

Das klingt jetzt lustiger als es ist, ich bin nämlich völlig platt. Der Schock kam beim Abholen - fast drei Stunden Operation, denn es waren eigentlich drei Operationen. Mit Einzelheiten will ich niemanden quälen, aber so ein Bruch beim Hund ist nicht ganz ohne, es gab auch Komplikationen mit den Männerinnereien. Drei Operationsnarben später ist er nun also auch kein echtes Männchen mehr und hat irgendwelche Muskelfasern von sonstwo an anderen Stellen. Und natürlich sieht er so überall und an allen Ecken und Enden rasiert und geschwollen jämmerlich aus... Ich bin seit meinen Huskys einiges gewöhnt, bin aber wahrscheinlich in der Klinik kurz grau im Gesicht gewesen. Kein Mensch würde sich mehr Tierarztserien reinziehen, wenn sie dort das wahre Leben zeigten.

Menschin und Hund werden die nächsten Tage sehr langsam tun und viel schlafen. Und nebenbei mit Kompressen und Desinfektionsmitteln und Medikamenten jonglieren. Sieht hier aus wie in der Apotheke. Der geniale Operateur meint, es sei alles gut verlaufen und er wird noch viele Jahre leben können. Ich muss wieder ... Rocco weiß noch nicht so recht, wohin mit sich. Ein Wuff an alle, die mitgefühlt haben!

Kommentare:

  1. Lieber Mithund Rocco,

    auch ich wurde vor Jahren Opfer eines schweren Eingriffs. Seitdem fehlt mir was, ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern. Dafür weiß ich aber noch ganz genau, wie scheußlich es ist, mit einem brüllend weißen, starren, schweren und den Durchblick behindernden Kragen aufzuwachen, der die chirurgische Nachsorge durch Hund himself verhindert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Orientierung durch den Wind ist, Mensch ganz verschwommen (vielleicht war sie vom vielen Weinen aufgequollen!) aussieht und ihre Beileidskundgebungen ganz dumpf klangen. Schließlich hat sie mich bemitleidenswerte Kreatur rausgetragen und von mir verlangt, auf 3 Beinen zu stehen, um etwas zu machen. Wie jetzt - was? machen? Verworrener Aktionismus eines Rekonvaleszenten, hä? Mir tat da doch alles noch so weh, obwohl sie meinte, dass bei mir eine Hirn-OP durchgeführt worden sei. Meines Wissens sitzt des Hundes Hirn gleich oberhalb der stets klaffenden, hechelnden Öffnung des Gastrointestinaltraktes, um potentielles Futter zu identifizieren.

    Aber nun genug der wehen Klagen. Lass dich trösten, lieber Kumpel Rocco - es wird alles wieder gut. Sieh deine Menschin während der nächsten Wochen grundsätzlich trieftraurig an; was meinst du, wie sie spurt.

    Werde bald wieder gesund, aber übertreib's nicht. Ein bisschen zu humpeln lohnt sich!

    Alles Liebe
    Robin von den Socken (fast 15)
    seines Zeichens renitenter Rentner

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  2. Ach ist das schön, danke! Während Rocco zu meinen Füßen schlafend das Frühstück verdaut, hat sich die menschin natürlich sofort das Blog mit den herrlichen Fotos und Geschichten von Robin von den Socken angeschaut - der ist ja prächtig! Ich frage mich fast, ob da etwas Huskyähnliches in der Familie war? Würde meinem Rocco riesig gefallen, der hat nämlich in seiner Jugend mit Huskys gelebt.

    Diesen Kragen, den ich immer "Lampenschirm" nenne, nehme ich übrigens immer als erstes ab. Lieber folge ich meinem Hund Schritt auf Tritt und schmettere im Ernstfall "pfui", was erstaunlich gut hilft. Für den Kragen muss man immer so viel Wohnung umräumen...

    Das mit dem Humpeln will irgendwie nicht klappen. Rocco rast und rennt schon wieder derart herum, auch wenn das eingerollte Liegen noch nicht klappen will, dass ich ihn bremsen muss. Das Schmerzmittel wirkt also. Im Moment ist eher die Menschin krank, wenn sie fast stündlich beobachtet, ob die schreckliche Schwellung endlich abschwellen will. Man sieht so was ja nicht alle Tage...

    Gestern waren wir beide so müde, dass ich im Dusel aus Versehen auf eine Tierarztserie gezappt habe. Als die Tierärztin gerade mit der Hand (!) im Maul eines lebendigen Krokodils bis in dessen Magen (!) herumfuhrwerkte, schreckte Hund auf, weil Menschin schallend lachte. Da preise ich mir doch die Endoskopie und Mittel der minimalinvasiven Chirurgie und möchte Regisseur und Drehbuchschreiber in Anatomieunterricht schicken!

    Sollte ich je mal in Deutschland zu einer Magenspiegelung müssen, werde ich vorher fragen, ob sie das auch ja nicht per Hand und Kosmetikspiegel machen! Wuff.

    Ich wünsch dem Robin mit seinem absolut stolzen Alter noch ein erfülltes wunderbares Hundeleben - und seinen Menschen auch!
    Petra

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