Fensterputzer

Irgendwie wird das nichts mit dem Fensterputzen. Gestern las ich zufällig durch Twitter eine Blüte des Lokaljournalismus über ein Buch und dann traf ich bei Facebook auf den Wirt einer ganz besonderen Kaschemme und schon fiel ich in eine andere Identität. Ich muss gestehen, dass ich mich seit Jahren im Internet als Mann herumtreibe, eben in jener Kaschemme. Als der Wirt und ich mit einer gewissen Reihe anfingen, war die Idee des üblen Typen in mir noch völlig dada: "1:30er" nannte ich meine Geschichten - Stories, die nicht länger dauern sollten als eine Nachrichtenmeldung. Natürlich absolut nichts für Verlage, die drucken ja nicht einmal Kurzgeschichten. Einfach nur Vergnügen, um die Sau rauszulassen... Man muss ja zwischendurch auch mal was "Richtiges" schreiben!

Gestern dann der Aha-Effekt. Meine männliche Hälfte (jaja, die hat frau in sich, nicht neben sich) ist auf der Höhe der Zeit. Gelangweilte Typen tickern auf ihren i-phones herum und finden Bücher viel zu lang. (Wie die FAZ erzählt, lesen plötzlich mehr Männer als Frauen - E-books nämlich und heimlich Belletristik.) Die Zeit ist mehr als reif für "1:30er"! Und weil ich ohnehin ausprobieren wollte, wie man ein Kindle-Buch erstellt (damit's bei meinen Romanen keine Unfälle gibt) ...

Seit gestern habe ich riesigen Spaß. Der Kerl in mir badete in Blut und Karmaspray. Diese "1:30er" flutschen ja geradeso in der Kaffeepause. Zehn Stücker bräuchte ich noch, dann ist ein Buch voll. Und weil der Kaschemmenwirt in den Anfangszeiten so herrlich mitgemacht hat, gibt's die Dinger vorab veröffentlicht (wir sind ja heutzutage unkonventionell) in der Kaschemme. Dabei gestehe ich ganz beiläufig (Schleichwerbung on), dass ich ein echter Fan vom Wirt bin, obwohl der mir das nie glauben will. Aber ich freue mich jetzt schon auf eine durchlesene Nacht mit seinem Zweitling (irre Leseprobe), auf den ich Jahre geduldig gewartet habe und darüber schier grau wurde. Was tut man nicht alles für freche Bücher!

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