Blütenlese

"Nachlese" möchte ich es nicht nennen, denn die Benefizkunstausstellung "Kunst trifft Rosen" in Europas einzigem Kübelrosarium La Reine des Roses im elsässischen Hatten (30 min. von Baden-Baden) läuft ja noch bis einschließlich 9. Juni.

Aber die Autorin hat nach zwei arbeitsreichen Tagen dort erst einmal lang ausgeschlafen und mit klitzekleinen Augen über dem Café au lait gedacht, sie könne keine Rosen und keinen Sekt mehr sehen. Das mit dem Sekt war nämlich erstaunlich. Noch am Donnerstag bangte ich darum, ob ich es vor Leuten schaffen würde, auch nur eine Flasche einigermaßen elegant zu öffnen - spät in der Nacht nach der Vernissage konnte ich es im Schlaf. Mit etwa 120 Gästen war der Abend ein rauschender Erfolg, verschont von sämtlichen angekündigten Unwettern. Nur dunkel wurde es leider eher als sonst, nicht ganz so ideal, um in einem Buch zu blättern. Selbst die Autorin war nicht leicht zu erkennen. "Ach, Sie haben tatsächlich dieses Buch geschrieben? Selbst geschrieben? Ich dachte, Sie seien die Bedienung." Ach, diese multitaskingfähigen Künstler...

Von denen sind genügend mit faszinierenden Arbeiten da, um den Weg nach Hatten allein zu rechtfertigen: Verena Oberle mit Gemälden und Zeichnungen, Skulpturen (auch für den Garten) von Christa Grune-Wild, Walter Reiss und Renate Ott, Keramik von Kati Langer, Schmuck von Birgit Maringer und nicht nur Seide von Elisabeth Schwinge. Alles weit entfernt von dem, was ländliche Ausstellungen sonst so bieten - auf hohem künstlerischen und handwerklichen Niveau.

Ein wenig standen wir allerdings alle in Konkurrenz zu jemandem, gegen den wir überhaupt nicht ankamen: den üppig blühenden und duftenden Rosen. Die nächtlich illuminierten Rosenbögen, das Rosarium mit den Kerzen und Skulpturen - trotz der Feuchtigkeit mückenfrei - waren ein romantisches Erlebnis besonderer Art. So hat dann auch bei der normalen Öffnung für die Öffentlichkeit so mancher seine Lieblingsrose fürs Leben gefunden oder einen Sekt mit Damaszenerrosensirup aus der Manufaktur genossen. (Bringen Sie genügend Geld mit, die Exponate wie die Rosen sind wirklich verführerisch!)

Wer nicht da war, hat jede Menge wundervoller Rosen, interessanter Menschen, faszinierender Kunst - und das Signieren meiner Kulturgeschichte der Rose "Das Buch der Rose" verpasst. Und wer sich darüber nicht ärgern will, kann die Ausstellung natürlich noch besuchen! Für Kurzentschlossene ist sie heute bis 19 Uhr geöffnet, dann wieder von Fr. bis einschließlich Mo., also vom 06.06-09.06.2008 jeweils von 14 bis 19 Uhr. Mein Buch ist selbstverständlich während der gesamten Zeit käuflich zu erwerben, nur ich mache mich rar (ich muss ja am Nachschub fleißig schreiben):

Wenn Sie sich schnell entscheiden - es gibt noch Karten für meine Lesung am Sonntag, dem 08.06.2008 um 19:30 Uhr , allerdings sollten Sie dringend bis allerspätestens Dienstag reservieren (Tel. (0033) 3 88.80.10.90, in F 03.88.80.10.90 Email und Adresse s. hier ). Die Karte kostet 10 E, das Sektbuffet ist inklusive. Bei schönem Wetter werden Sie im illuminierten Rosarium sitzen; falls es regnen sollte, lese ich zwischen den Kunstwerken in der Galerie. Selbstverständlich werde ich an diesem Abend meine Bücher signieren und für Gespräche zur Verfügung stehen.

Ich wünsche den Besuchern noch viel Vergnügen und bedanke mich für die schönen Gespräche rund um mein Buch! (Übrigens - auch wenn ich leider nur in meiner Muttersprache Deutsch veröffentlichungsfähig schreiben kann - man darf mich gern auch auf Französisch ansprechen.)

Und wie war das mit den Rosen und dem Sekt? Ich gehe jetzt eine Runde Rosen schneiden. Und vielleicht schaue ich dann, ob ich auch für mich eine Flasche öffnen kann...

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