Markennamen

Der Einfallsreichtum deutscher Verlage, unverwechselbare und zum Lesen verführende Titel zu schaffen, nimmt im Jahr 2008 wahrhaft chaoskreative Qualitäten an. Wäre man Spötter, könnte man meinen, einer gewissen internationalen Unternehmensberatung sei es endlich gelungen, auch in deutsche Programmkonferenzen eine Software mit Algorithmen einzuführen, die auf dem vermeintlichen Wissen basieren: Wenn die Kunden freiwillig Zahnpasta mit Maiglöckchengeschmack gekauft haben, verkaufe ihnen Maiglöckchenzahnbürsten, -waschlappen, -kämme und Geldanlagen mit Maiglöckchengeschmack dazu...

Nehmen wir mal nur die Monate des angebrochenen Jahres 2008, als in unterschiedlichen, aber damit austauschbar erscheinenden Verlagen folgende Titel auf Cover wanderten:
Im Namen der Königin
Der Geliebte der Königin
Die Schwester der Königin
Der Smaragd der Königin
Der Spiegel der Königin
Das Vermächtnis der Königin
Die Sopranistin der Königin

Klasse. Diese Erfolgslinie lässt sich beliebig fortführen, ohne neue Marketingideen bemühen zu müssen. Man darf gespannt sein auf:
Der Fußschemel der Königin
Der Eunuch der Königin (eine Hosenrolle!)
Die Mutter der Königin, die Tochter...
... oder einfach frech mit einem Titel aus dem Vorjahr ausrufen: Das war "Schach der Königin".

Bevor sie matt gesetzt ist, hätte ich einen Buchwunsch. Ich warte auf:
Die Geliebte der Königin.
Bitte!
Mehr Mut in den Titelkonferenzen!

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