Kübelrosarium

Bei diesem Wetter wird es höchste Zeit, sich um den Garten zu kümmern. Dieses Jahr gibt es eine Neuerung bei mir, mit der ich seit zwei Jahren experimentiert habe: Rosen in Kübeln. Ideal für kleine Plätze, Balkone, Terrassen und überall dort, wo keine Erde zu haben ist.

Entstanden ist das Experiment, weil mir in den letzten Wintern immer wieder einige meiner riesigen Oleanderbüsche eingegangen sind, die ich so liebe. Aber die Winter wurden warm, feucht, Krankheiten und Ungeziefer machten mancher Pflanze den Garaus. Und die Sommer wurden so unbeständig, dass nicht jeder Oleander blühte oder die Blüten im Regen verklebten. Jährlich die riesigen schweren Töpfe in den Überwinterungsraum zu wuchten, das machte auch keinen Spaß.

Und dann bekam ich eines Tages zum Hundefutter ein paar Tonnen geschenkt, hatte Rosen gekauft, für deren Standort ich mich noch nicht genau entschieden hatte - und schon war die Idee geboren! Die Tonnen wurden zur Drainage aufgebohrt und dann hübsch grün gespritzt. Dadurch, dass die Rosen ziemlich hoch zu sitzen kamen, gaben sie bereits im ersten Jahr einen guten Sichtschutz ab, wenn man am Tisch saß, den Duft direkt in der Nase! Noch waren die Kübel nicht ideal - diese Rosen werden jetzt "ausgesetzt".

Warum aber nicht den empfindlichen Oleander gegen Rosen tauschen? Ich hatte Glück, und fiel durch Zufall über Europas einziges Kübelrosarium, das, wie es noch ein Zufall wollte, in Hatten im Nordelsass liegt (La Reine des Roses). Dort lernte ich, dass es gegenüber den Oleandern noch einen Vorteil gibt. In den terracottafarbenen Spezialcontainern aus frostresistentem Kunststoff muss die Rose nie mehr umgetopft werden - vorausgesetzt, das Behältnis hat bereits die richtige Größe für die ausgewachsene Pflanze. Gute Nachrichten auch für die Wirbelsäule: Die Rosen bleiben auch im Winter draußen an Ort und Stelle. Ich habe dort in Kübeln wahre Preziosen gesehen. Meterhohe, glutrote Schönheiten am breiten Spalier, über Jahrzehnte liebevoll gezogene Rosenbäumchen aus englischen Sorten, bunte Zwerge für den Hauseingang und üppige Wasserfälle von Blüten für die Hinterhofbegrünung.

Ich freue mich schon auf meinen Liebling. Pierre de Ronsard nennen sie die Franzosen nach ihrem bekannten, ebenso rosenverliebten Dichter; in Deutschland ist sie als Edenrose 85 bekannt. Ich habe zwar schon eine, aber ich bin in diese Züchtung von Meilland so vernarrt, dass ich noch eine im Kübel an einer vanillegelben kahlen Wand hochranken lassen möchte. Das ist ideal, weil die Blüten nur eins nicht mögen: Regen. Sonst aber öffnen sie sich je nach Wetter in einem grünlichen bis gelblichen Weiß, die Mitte mehr oder weniger pinkfarben gerötet. Ihr Duft ist unwiderstehlich wie bei alten Rosen - zitronig, blumig, mit einer leichten Honignote. Und falls sie sich im späten Herbst oder bei Regen kaum noch öffnen wollen, kann man sie ideal trocknen. Sie werden dabei braun, ergeben aber, mit Goldlack überspritzt, schöne Geschenke.

Dann wäre da noch ein winziges zu besetzendes Plätzchen. Warum nicht auch mit einer Rose? Mein Favorit ist im Moment die Sorte Nostalgie, auch als La Garconne bekannt. Im Strauß kann sie ein ganzes Zimmer ausduften. Ihre farbig gemischten Blüten aus karminrot und cremefarben sind betörend. Ideal zum Schneiden - mehr Schönheit braucht es nicht. Aber wer weiß, in welche Sorten ich mich noch verlieben werde ...

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