Im Schnellwaschgang

Nein, mein Blog ist nicht verwaist. Kenner, die nicht nur ins Feed schauen, können sehen, dass ich manchmal mit Kommentaren beschäftigt bin (rechts im Menu) und manchmal in einem meiner anderen Blogs schreibe (rechts oben die neuesten Anreißer). So verrate ich heute im Nijinsky-Blog, wem das aufregendste Buchsignieren meines Lebens galt. Auch wenn ich es getan habe, kann ich es immer noch nicht glauben, dass mein Buch an diese Adresse gelangen soll. Das Leben spielt schon manchmal seltsam Musik....


Kürzer treten muss ich trotzdem manchmal im Internet, denn drei Exposées wollen verbrochen werden (zwei E-Ratgeber zum Self Publishing und ein erzählendes Sachbuch mit einem russisch-deutschen Thema). Und ein Image-Flyer betextet, der eigentlich sozusagen gestern schon hätte gedruckt werden müssen. Freiberufleralltag der kühlschrankfüllenden Sorte.

Trotzdem haut dann auch mich noch manchmal eine Anfrage um. Sie kam tastend, zögerlich, weil ich ja eigentlich eher als Buchautorin bekannt bin.
- Ob ich mir vorstellen könne, auch einmal ein Feature zu schreiben?
- Ja, aber immer, her damit - meine ganz große Spezialität aus Journalistenzeiten.
- Nicht einfach nur ein Printfeature. Eher etwas sehr Spezielles.
- Was denn für ein Feature?
- Ob ich mir im nächsten Jahr vorstellen könnte, in Einplanung einer Pianistin oder eines Pianisten ein abendfüllendes Feature für Musik und zwei Schauspieler zu schreiben. Über ein literarisches Werk, das auch als berühmte Komposition vorliegt. Also eigentlich für die Bühne, aber auch radiokompatibel.

Mit Kusshand habe ich zugesagt, mir das durch den Kopf gehen zu lassen! Es ist doch absolut nie etwas umsonst, was man im Leben macht. Nicht die Features im Print, nicht die Tatsache, dass ich den Text zu Nijinsky ursprünglich fürs Hören geschrieben habe. Und auch nicht die Übersetzungsarbeit für einen Theaterabend.

So langsam fängt das Auftragsschreiben an, mir Spaß zu machen. Ich kann mich eigentlich mehr austoben als in manchem Verlag. Mit der Öffnung von Texten in alle möglichen Medienzusammenhänge gibt es so viel mehr Möglichkeiten für Autoren. Aber genau das ist es, was außerhalb der Verlagswelt gefragt ist: Medial übergreifendes Denken in der eigenen Spezialisierung, Grenzgängerei in Formen wie Inhalten. Nicht das "Geradeausschreiben" im Genre. Spannende Zeiten!

Falls ich also hier zwischendurch schweige, dann deshalb:
Ich muss einen Flyer zwischen Tür und Angel texten.
Ich muss mir die Hirnwindungen für die Exposées verrenken.
Ich muss jede Menge Obst für den Winter verarbeiten.
Ich muss mich mit neuen alten Textformen anfreunden.
Ich muss das Leben feiern.
Ich muss jede Menge Obst für den Winter verarbeiten.
Ich muss den herrlichen Herbst genießen.
Ich muss jede Menge Obst für den Winter verarbeiten.

Kommentare:

  1. Liebe Petra,

    herrlich! Ich hoffe Du behältst bei all Deinen Projekten noch den Überblick! Nicht, dass Du nachher noch das Obst verrenkst und die Hirnwindungen zwischen Tür und Angel textest.;)
    Ich finde es wunderbar, wie viel Energie ich aus Deinen Texten herauslesen kann. Ich wünschte, Du gäbest mir davon etwas ab.

    Liebe Grüße,
    Nikola

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  2. Liebe Nikola,
    ich hab mir sagen lassen, eine Schilddrüsenüberfunktion beschleunige das Arbeiten ;-)

    Spaß beiseite - Energie habe ich eigentlich gar nicht so viel und wundere mich eher, warum ich nach solchen Tagen so müde bin. Weil ich ja nach elsässisch-bürgerlichen Maßstäben gar "nichts Rechts g'schafft" habe. Eigentlich liest es sich schlimmer, als es ist. Ich habe ja keinen "ordentlichen" Beruf und schreibe den ganzen Tag "nur". Der Rest ist eisernes Zeitmanagement.

    Die Ratgeber sind nur eine Essenz aus Blogbeiträgen und Wissen, das schon da ist, also klare Gliederung mit schnellem Tippen. So ein Buch schreibt sich im Rohtext in sehr wenigen Wochen, im Kopf liegt es längst vor.

    Das Sachbuch betrifft auch eine Tätigkeit, die ich nebenher mache - hier bekomme ich sogar Recherchematerial von allen möglichen gelehrten Menschen geliefert und übersetzt. Wenn ich bei Schlechtwetter im Stadtarchiv oder in der Bibliothek sitze und mich anschließend mit Freunden treffe, ist das Vergnügen. Das Buch wird zwar auch nicht weniger anstrengend als das über Nijinsky, aber es geht um Herzblutthemen - und dafür werde ich auch noch bezahlt.

    Und was das Feature betrifft, da bin ich ja sozusagen berufskrank. ;-) Ich musste nur das Thema hören und die Musik, schon fand ich noch Schriften der Ehefrau des Autors und sah vor meinem geistigen Auge einen wunderbaren Disput. Sich dann auch noch mit den Musikern auszutauschen - ja, was will ich eigentlich mehr? ;-)

    Es gibt übrigens ein Geheimrezept für diese Arbeitsenergie: Hungern und frieren müssen, wenn man NICHT arbeitet...

    Liebe Grüße, Petra

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  3. Ok, dann wird meine Energie in diesem Winter garantiert steigen!;)
    Blöd nur, wenn man auch noch was anderes 'gelernt' hat und dann damit das Heizmaterial verdienen kann/muss.

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  4. Liebe Nikola,
    vielleicht hilft dir ja der Spruch, den ich mir mal als absolut abschreckendes Beispiel notiert habe, weil ich mit solch einer Resignation nicht enden möchte:

    "Welch großes Werk hätte ich schreiben können, wenn nicht Söhne, Schwiegertöchter, Ehemänner, Stiefkinder, Patenkinder und große wollige Hunde mich lebenslang daran gehindert hätten."

    Hat die Schriftstellerin Asta Scheib geschrieben. Mir ist kein einziger männlicher Schriftsteller bekannt, der ähnlich Selbstverhinderung beschrieben hätte...

    LG Petra

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  5. Tschakkkka, Petra! Nich nachlassen!!! Du schaffst das!

    ;-)

    Du hast ja vor allem auch die nötige Disziplin - ich denke, das ist die Hauptsache, oder? Und davon können sich bei Dir einige mehrere Scheiben abschneiden. Ich auch, mindestens von Zeit zu Zeit!

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  6. Merci, Sabine. Ersetze mindestens 50% der Disziplin durch Leidenschaft und dann klappt das! ;-)
    Die Sache mit dem Feature z.B., da brauche ich eher Disziplin, NICHT zu arbeiten - das ist einfach ein Traum von Thema!

    Und das andere Phänomen kennst du ja aus Unternehmen: Zuerst kratzt man sich an verschlossenen Türen die Fingernägel kurz und irgendwann geht eine Tür auf, die andere Türen öffnet ... Schwein muss man auch haben. ;-)

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  7. Falls ich also hier zwischendurch schweige, dann deshalb:

    Liebe Petra,
    die dann aufgeführten Gründe sind zwar interessant für Leser, die Ihr Tun und Schaffen verfolgen, aber für das zeitweise Schweigen selbst habe ich folgende Erklärung:

    Sie gehören NICHT zu den Menschen, die auch dann reden, wenn Sie nichts zu sagen haben. Schließlich ist PvC keine Radiostation, die alle Meldungen mehrfach wiederholt oder Werbeschleifen sendet.

    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass alle Projekte so verlaufen, dass Sie Freude und Erfolg haben!

    Gruß Heinrich

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  8. Liebe Petra,

    wie immer, sind solche Meldungen deinerseits sehr ermutigend! Dieser hier ermutigt mich dazu, an dem dranzubleiben, was mein Agent mir nach der Buchmesse berichtete. Und: Das Obst scheint erstmal das Wichtigste zu sein, denn es verfault vielleicht, wenn du es nicht bearbeitest, im Gegensatz zu de Texten ...

    Herzlichst
    Christa

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  9. Mut mach ich immer gern, die Birnen machen mir immer noch Kopfzerbrechen (so viel Marmelade wie Obst kann kein Mensch essen), und was ich gerade zu sagen hätte, würde die Allgemeinheit tödlich langweilen ... aber leider erwarten es die schnelllebigen Mediennutzer, dass man dat Dingens am Laufen hält. Und sei es durch einen Kommentar ;-)

    Was mich aber besonders freut: Dass ich treue StammlerserInnen habe, die auch nach einen Schweigen wiederkehren! Sonnige Grüße an alle! Petra

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