Wie ich Papier in einen Reader stopfe

So sieht im Moment mein Schreibtisch aus: übersät mit gestückelten und zusammengeklebten Papieren. So entsteht ein E-Book ...


Jetzt im Ernst? Nun ja, da gibt es ein heftig gemischtes Sammelsurium von Texten in Datenordnern, Stoff für drei Bücher allein, aber völlig durcheinander und zufällig gesammelt und geschrieben. Wie entwickelt man daraus überhaupt ein Buch? Obwohl ich mir beim Surfen Website-Verbindungen wie auf einer Landkarte vorstellen und merken kann, obwohl ich eine Freundin des papierlosen Arbeitens bin: Richtig kreativ werde ich erst auf Papier. Für jedes Buch lege ich ein dickes Entwurfsheft an, in dem ich auch mal zeichne und Dinge sammle, Notizen mache, herumschmiere, durchstreiche.

Diesmal war mir das Chaos zu eindimensional: Da lagen etwa 120 Normseiten brach, die in einen durchgehenden Fließtext einfinden sollen, später mit passenden Fotos bestückt. Im Endeffekt wird es wohl auf die dreifache Menge Text hinauslaufen. Irgendwann ging das Geschiebe in der Datei nicht mehr. Also habe ich kurzerhand alles ausgedruckt, jeden einzelnen Text abgeschnippelt und zusammengeklebt. Und jetzt leuchtet mir das alles dreidimensional ein. Rot werden am Rand die einzelnen Themen vermerkt und grün kommt eine Zahl darauf, zu welchem der drei Bücher der Text verwendet werden wird. Dann spiele ich Karten mit drei Stapeln. Sprich, ich ordne die Texte jeweils zu einer inneren Logik.

Und wenn ich dann den geordneten Packen neben mir habe, gelingt es mir leichter, frisch mit dem Schreiben anzufangen und je nach Bedarf die einzelnen Passagen aus der Datei zu klauben. Denn auch das steht nun fest: Vieles landet da vorab im Müll und will neu formuliert werden. In der Planungsphase muss ich meine Texte im wahrsten Sinn des Wortes be-greifen.

Das Ganze wird dann erst mal zu E-Books. Von der Datei auf Papier und wieder in eine Datei. Soll mal noch jemand behaupten, E-Books hätten keine Haptik! Diese werden sogar Genüsse aus dem Dreiländereck verbreiten!

Kommentare:

  1. Ich wollte erst Nicht! Doch ich sah ein, ich hatte etwas nicht bemerkt; mir wurde der eigene Text zu lang! So lang wie die Geschichte sein Geist betrachtet; dann gekürzt, im Einklang immer noch, zu lang… Ich erwog abzurechnen um jeden Gedanken wieder zu finden; denn, je mehr ich zulangte, die Erzählung kürzte sich nicht; länger drum trat sie auf, beim aufwändiger Betrachtung, mir diese eine Biographie in Erzählungen fortzuschreiben; Drei Namen Inhalt – Drei Kapiteln Kapital! Irgendwann.
    Aber ich mag noch nicht voreilig sein… ich danke vorweg, auf ein Schnipsel Kommentar…

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  2. Sie drücken aus, was das Wichtigste ist: sich Zeit zu nehmen. Jede Geschichte fordert ihre eigene Zeit. Und ist sie dann geschrieben, fängt die große Arbeit erst an - dann will sie mehrfach überarbeitet, lektoriert, korigiert werden ... die haben ihren eigenen Willen, die Geschichten.

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