Mehr Licht!

Goethe soll auf seinem Sterbebett "Mehr Licht!" verlangt haben. Eine Geschichte, die jedes Jahr von Neuem gut klingt und einem vor allem in der Winterzeit aus dem Herzen spricht. Immerhin, am Mittwoch ist es endlich so weit. Wintersonnenwende. Zwar haben wir dann astronomisch Winteranfang, aber die uralt heidnische Denke ist mir lieber: Nach der längsten Nacht des Jahres, dem größten Dunkel, kann es nur aufwärts gehen. Die Tage werden wieder länger! Nach einer Zeit eines Hochdruckgebiets im Nebelkessel - nur auf den Bergen scheint die Sonne - müsste ich eigentlich trübe und lustlos durch die Gegend schlurfen bis dahin.


Ich schlurfe schon. Im Moment bin ich ja mit einem Nebenjob fürs Heizungsgeld eine dieser ach so aktiven Multijobberinnen. Sprich, ich falle abends viel zu früh ins Bett und kann mich nicht einmal mehr aufraffen, mit Freunden zu telefonieren. Zu Weihnachtseinkäufen werde ich mich zwingen müssen, ich hasse die Hektik und sichtbare Raffgier in diesen Tagen ohnehin. Da ist so viel anderes, was mich unter Strom hält. Anstatt mich auszuruhen, brutzelt es nämlich kräftig in den Hirnwindungen und ich kann es kaum erwarten, die ruhigere Zeit bis zum Jahresbeginn kreativ herumzuwursteln. Ein kleines Fazit des bereits Erreichten zu ziehen und Pläne für 2017 zu machen.

Davon stehen nun einige fest. Dass mein Blog ein neues Kleidchen bekommt und ein schärferes Profil hin zum Konstruktiven, habe ich bereits erzählt. Es kommt aber noch schlimmer: Ich will bei meiner Website Tabula Rasa machen. Irgendwann, wenn ich die Nerven für die Technik dazu haben werde, setze ich sie komplett neu (!) auf, ebenfalls mit neuem Layout. Letzteres hat sehr konkrete technische Gründe: Ich möchte einen eigenen Shop auf der Website einrichten.

Auf die Idee brachte mich eine meiner Zulieferinnen, die ich per Instagram kennengelernt hatte, wo ich zuerst bei Dawanda kaufte und nun entdeckte, dass sie auch - zusätzlich - einen eigenen Webshop hat, der sehr viel mehr Auswahl und Möglichkeiten bietet. Hinzu kommt, dass Dawanda ab Januar kräftig bei den Provisionen zulangt - was natürlich meine KäuferInnen nicht scheren muss. Aber im Jahresfazit hat mir die Plattform ca. 1-2% meiner Kundschaft gebracht, der Rest kam, weil man mich von irgendwoher kannte. Letzteres hatte ich unterschätzt. Dawanda bleibt natürlich bestehen! Und es wird dauern, bis alles laufen wird. Ich will das nicht schlechtreden - es hat andere Vorteile.

Mit dem eigenen Shop bin ich in einer Hinsicht flexibler: Ich kann Maßanfertigungen besser anbieten und anhand von Beispielen strukturieren. Man wird hier also ähnlich wie bei Dawanda in Kollektionen kramen können, um dann bei einem Musterbeispiel bestellen zu können. Wenn ich das außerdem noch wie ein Baukastensystem einrichten könnte (keine Ahnung, ob das geht), wäre es super, wenn Kunden z.B. auch auswählen könnten zwischen Dingen wie "versilbert, Sterling Silber, gold filled". Kann ich alles machen, aber bisher habe ich nur die preiswerteste Variante angeboten, weil bei Dawanda die Stücke fertig sein müssen. Ich will ja nachher nicht auf vergoldetem Schmuck sitzenbleiben, nur weil alle lieber Silber mögen.

Ich entwerfe gerade wild neue Prototypen, inzwischen auch viel mit Papiergarn. Und das wäre schön: Wenn ich so ein Stück fotografiere und die KundInnen könnten sich dann ihre Lieblingsfarbe plus Metallart aussuchen - zu den jeweiligen Preisen. Denn eines hat 2016 deutlich gezeigt: Maßanfertigungen und individuell entworfener Schmuck sind sehr viel stärker gefragt als fertige Stücke. Genau das ist die Stärke eines kleinen Ateliers mit Unikaten - man kann sich wirklich "sein" Unikat auf den Leib fädeln lassen. Notiz an mich: 2017 in neuen Fotoapparat investieren. Einen, der Makro kann.

Vielleicht ist es das fehlende Licht ... nein, eine Freundin fragte mich, wieso ich eigentlich nur Papierschmuck anbiete? So ein Herz könne man doch auch in die Wohnung hängen? Klar doch! Auf die Idee wäre ich nie gekommen. Ihre Ideen und Anregungen fielen auf fruchtbaren Boden. Und ja, 2017 wird es nicht nur Schmuck geben, sondern auch schöne Kleinigkeiten zur Innendekoration. Zwischenformen zwischen Körper- und Lebensschmuck. Heute habe ich die ersten Prototypen geklebt und kann es kaum abwarten, bis sie richtig durchgetrocknet sein werden. Dann erst dann wird die Schleifmaschine zeigen, ob dabei auch wirklich das herauskommt, was mir im Kopf vorschwebt.

Ach so, das Licht. Ich bin unter anderem deshalb süchtig nach Glaskristall: Wenn sich farbiges Licht darin bricht, fühle ich mich wie als Kind mit meinem Kaleidoskop. Ein Besuch im Baumarkt ließ meine Augen leuchten: Wunderbar, was mit LED-Technik inzwischen möglich ist! Wie kompakt das Zubehör geworden ist! In einem Discounter schlugen sich die Leute um eine winzige LED-Leuchte zum Anklemmen an ein Buch. Da war es um mich geschehen. Nicht, dass ich auch zugriff. Nicht etwa, dass ich so etwas basteln will. Aber plötzlich machte es "Klick" und ich hatte eine Kombination im Kopf: Papier und Licht. Kalte Lämpchen, die zum Glück nicht mehr brandgefährlich sind wie früher. Manche LED-Bänder könnte man glatt als Halsketten tragen, also hey ... warum nicht Buchpapier und anderes Papier und Licht kombinieren!?!

Es bleibt spannend und ich habe das gute Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Auch wenn da noch Unmengen an (erfüllender) Arbeit und einige Durststrecken auf mich warten, aber 2017 kann kommen: Eigener Webshop, Schärfung der eigenen Marke zum Individuellen und Edlen hin, noch bessere Präsentation und dann auch richtige PR-Arbeit. Und ein bißchen mehr ins Umfeld von Fashion und Innendekoration. Ich hätte sogar eine Idee für einen eigenen youtube-Kanal. Aber die scheitert - vielleicht ganz gut so - erst mal an den technischen Möglichkeiten. So bleibt mir zwischendurch doch etwas Zeit zum Schlafen übrig ;-)

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