Alle guten Wünsche

Der Overflow ist da. Medial wie multimedial. Ich ertrage derzeit keine Nachrichtensendungen mehr, in denen Interviewpartner wie mit dem Nudelholz ausgequetscht werden, um ihnen doch noch irgendein erwartetes Statement abzuringen. In denen die Terrorexperten sich und die Welt schon in Rage und Verdachtsmomente hineinredeten, bevor auch nur klar war, ob überhaupt ein terroristischer Anschlag verübt wurde. Manchmal weiß ich nach "Eilmeldungen" und "Sondersendungen" nicht mehr wirklich, ob nicht erst das aufgeregte Gerede Terrorgruppen zum Bekennen bringt. Oder ob es nicht sogar diejenigen inszeniert haben, die sich vernehmlich die Hände reiben und Politik auf dem Rücken der Opfer machen. Ich ertrage nur noch nackte Fakten, wenn es wirklich welche sind. Und wünsche mir so sehr Innehalten, Stillsein, Mitfühlen.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen trotz aller Umstände hoffnungsvollen Ausblick!

Social Media halte ich noch weniger aus. Ich ertrage das Gekreische, Gehasse, Genöle nicht mehr. Ich will mir nicht glauben machen lassen, die Welt bestünde nur noch aus Dreckschleudern, fanatischen Besserwissern, selbsternannten Weltrettern, Propagandisten, Lügnern und braunem Rotz auf zwei Beinen. Denn da draußen, wenn ich nur durchs Gartentor gehe, sind die Menschen trotz unterschiedlicher Meinungen ruhig, leiden gemeinsam unterm Nebel und halten ein Schwätzchen, lächeln. Sie sagen einander Guten Tag ungeachtet einer politischen Meinung und reden über Weihnachtsbäume ungeachtet ihrer Religion. Diesen Glauben an die Menschheit will ich mir bewahren. Ich will die Welt sehen, wie sie tatsächlich ist: absolut bunt und vielfältig, von ein paar A-löchern bewohnt, aber auch von noch mehr faszinierenden, ganz normalen Menschen. Menschen, bei denen es eben ab und zu einfach menschelt.

Darum bin ich bis über die Jahreswende allenfalls sporadisch in den Erregungskanälen unterwegs. Facebook macht mir ein immer mieseres Gefühl, auch aufgrund der neueren Algorithmen und Schaltungen, bei denen ich viel von dem sehe, was ich nie sehen wollte. Ich habe den Eindruck, ich müsste danach mein Innerstes desinfizieren oder eine Dosis extra Sonnenlicht schlucken. LeechBlock drauf und zu. In jenen Tagen werde ich am Layout meines Blogs basteln, das nun definitiv ein Gegengewicht zu all diesem "Unmus" werden soll.

So wünsche ich jetzt schon allen treuen und auch sporadischen Leserinnen und Lesern von ganzem Herzen eine hoffnungslichte Wintersonnenwende und ein friedliches Weihnachtsfest mit genügend Rückzugsmöglichkeiten in die eigene innere Kraft. Ich wünsche mir, dass wir alle ein wenig von dieser Kraft fürs nächste Jahr nutzen können.

Gleichzeitig bedanke ich mich bei all denjenigen, die für dieses Blog gespendet haben.
Egal, wie groß die Spende war, sie half mir in diesem Jahr der beruflichen Umbrüche ganz besonders über böse Löcher hinweg. Das Geld wurde brav in Schmuckmaterial und Leckerlis für meinen Hund Bilbo investiert. Ja, vor allem Bilbo frisst sich hier sozusagen rund. (Ich übertreibe maßlos, das Kerlchen hält natürlich seine gute Figur!)

Kommentare:

  1. Dann lieber hier als auf Facebook alles Gute für die Feiertage und die Zeit zwischen den Jahren. Die Medien- und Social-Media-Erschöpfung kann ich gut verstehen, besonders manche Kommentarbereiche darf man sich derzeit wirklich nicht antun, wenn man nicht verzweifeln will. Als "Gegenmittel" tut aber ein so schönes Bild wie das da oben doppelt gut, deshalb vielen Dank dafür und für all die anregenden und spannenden Blogposts in diesem Jahr, die ich immer mit viel Freude und Gewinn gelesen habe.

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  2. Mir geht es ähnlich, und du formulierst es klar und deutlich. Die Welt ist nicht so schlecht, wie uns weisgemacht werden soll!
    Auch dir friedliche Feiertage, und weiter viel Erfolg mit deinen Projekten.


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  3. Ich danke euch beiden herzlich, alles Gute euch!

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In diesem Blog ist kein Platz für diesen Dreck. Ich lese das auch nicht, sondern lasse automatisch löschen.

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