Linkfrüchte

Ein lieber Freund schickt mir öfter eine "Linkfrucht". Dahinter verbergen sich ganz besondere persönliche Tipps. Wie der Name schon sagt, sind es Surftipps - garantiert fruchtig zum "Zubeißen". So will ich das als unregelmäßige Rubrik auch im Blog einführen. Die "Denkfrucht" zum Nachdenken gibt es ja bereits, nun also die Linkfrüchte, die ich damit nicht mehr einzeln bei FB verballern werde. Feed abonnieren lohnt sich, BlogleserInnen bleiben schlauer! (Fettdruck = Links. Weil ich mehrsprachig lese, wird es auch englischsprachiges Material geben. Französische Links versuche ich mit deutschen Entsprechungen zu kombinieren.)

Linkfrüchte - so wertvoll fürs Hirn wie ein Espresso

Der Franzose Sébastien Vannier hat ein Buch über die Deutschen geschrieben: Les Allemands décompléxes (Die komplexbefreiten Deutschen). Julia Korbik hat ihn für Café Babel interviewt und was er in deutscher Sprache erzählt, macht fast traurig, dass noch keine deutsche Fassung des Buchs in Sicht ist. Was schreibt man über die Nachbarn, wenn man Klischees vermeiden will? Vanniers Methode ist äußerst inspirierend, um die eigenen Weltsicht querzubürsten!

Bleiben wir in Frankreich. Dort geistert gerade eine neue Krankheit durch die Medien. Ausgerechnet in dem Land, in dem der Burnout medizinisch noch nicht anerkannt ist, spricht man jetzt vom "Bore-out". Boreout kann im Extremfall ebenfalls zu Depressionen und Suizid führen, im leichten Fall zum Verlust des Selbstwertgefühls und einer Identitätskrise. Und wie holt man sich einen Boreout? Durch Unterforderung und Langeweile! Betroffen sollen vor allem Langzeitarbeitslose sein, aber auch Angestellte, die nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt werden, die langweilige, sinnentleerte Tätigkeiten ausüben müssen. Frankreich mit seinen hohen Arbeitslosenzahlen und strengen Hierarchien besonders bei den Beamten ist im Moment von den psychischen Folgen besonders aufgeschreckt. In Deutschland kennt man das Phänomen zumindest theoretisch schon länger durch das Buch "Die Boreout-Falle" - und hier bei Wikipedia. Da bekommt der Ausdruck "tödliche Langeweile" doch gleich eine neue Bedeutung! Aber ist das nicht eher eine Krankheit der Unternehmen?

Wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich das Werk Wassily Kandinskys liebe. Und zwar nicht nur seine Gemälde, sondern auch seine kunsttheoretischen Bücher, die ich mehrfach verschlungen habe. Da jagt es einem dann Schauer über den Rücken, wenn man sich in die Zeitmaschine setzen kann und den Meister himself im Film malen sieht!

Der Ausdruck tl;dr steht für "too long, didn't read" - typisch für die schnelle Internetwelt. Inzwischen benutzt man ihn aber auch gern als Hinweis: Achtung, der folgende Beitrag ist lang, lies ihn besser nicht zwischen Tür und Angel, sondern nimm dir Zeit, denn es lohnt sich! Einen solchen Beitrag habe ich gerade entdeckt. Tim Urban hat sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt und ist drei Wochen lang in spannenden Recherchen versackt, die auch ihn überrascht haben. Aus einem kleinen Blogbeitrag wurde so ein zweiteiliger Artikel, der uns zunächst einmal über unsere falschen Annäherungen an die Zukunft aufklärt. Wir lernen auseinanderzuhalten, welche Arten von Künstlicher Intelligenz geschaffen werden und stehen womöglich vor einer atemberaubenden Revolution. Wie gefährlich wäre die Schöpfung einer Superintelligenz und wie segensbringend? Kann man eines Tages Plagiate von Gehirnen herstellen, in die Evolution eingreifen und wie ist das mit Gott am anderen Ende? Was würden wir als Superintelligenzbestien tun? Sehr lohnende Lektüre!

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