Ich bin bio und du bist blöd!

Da war es wieder, im Schwarzweiß-Leben namens Social Media, ein typischer Dialog, hemmungslos nach der Realität dramaturgisiert:

Heini: Ich habe gestern Spargel für 2,50 Euro das Pfund bekommen!
Annette: Unverantwortlich. Du weißt, dass du damit Arbeitsplätze und die Natur zerstörst bei diesen Billigangeboten! Wenn du hier beim Bauern kaufst, kostet das nun mal 6,50 Euro.
Camilla: War wahrscheinlich nicht mal Biospargel. Habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie konventionell angebauter Spargel unsere Welt zerstört? Und dann diese Monokulturen. Sklavenarbeiter aus dem Osten! Nicht zu reden von diesem Fingerabdruck ...
Annette: Das heißt "ökologischer Fußabdruck". Dein Spargel kam sicher aus Billigländern, Griechenland, oder noch schlimmer China, Heini!
Camilla: Ich kaufe grundsätzlich nur "bio". Billigläden betreten? Nur über meine Leiche. Schäm dich, Heini. Wegen Leuten wie dir gerät unsere Welt an den Abgrund. Unverantwortlich. Nur "bio" und nachhaltig einkaufen, nur so rettest du unsere Erde!
Heini: Aber mein Spargel kam aus Regensburg.
Annette: Typisch! Ich sag ja immer, da machen irgendwelche ärmeren Regionen Dumping und uns die Preise kaputt. Wenn du in Baden lebst und schon kein "bio" kaufst, kauf wenigstens regional, Heini. So einen wie dich würde ich nicht an meinen Tisch setzen.
Camilla: Ja, genau, Heini, du bist echt blöd. Eine Umweltsau.
Heini: Aber ich komm doch auch aus Regensburg, ich kenn die Gegend da ... das ist meine Heimat.

Gemüse vom Markt: In Frankreich viel billiger als im Laden. Ist "preiswert" automatisch "böse"?

Wir sind schnell dabei, Menschen zu verurteilen. Was ganz einfach zu sein scheint:
Wer nur auf "bio" setzt und sich den neuesten "grünen" Trends anpasst, gilt als hochmoralischer, verantwortungsbewusster Mensch, der nichts weniger als die Menschheit, die Erde und die Zukunft rettet. 
Wer auch nur ein paar von diesen Prinzipien zuwiderhandelt, die sich oft lesen wie pseudoreligiöse Gebote, wird von den selbsternannten Anständigen geschnitten, belächelt oder bemitleidet, aber auch beschimpft und missioniert. Wer heutzutage noch die vermeintliche Umweltsau gibt, ist blöde oder unbelehrbar. Social Media vor allem triefen von Selbstgerechtigkeit und Sendungsbewusstsein.

Aber ist unser Heini wirklich blöde oder fahrlässig? Oder hat er nur den Bauern unterstützen wollen, den er von früher kennt und der ihm jetzt zufällig dieses Angebot machte, weil in Bayern die Preise einfach anders sind als im Badischen? Ist Heini ein schlechter Mensch? Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen könnten: Die Welt ist nicht so einfach rechts-links gestrickt, wie das manche gern hätten. Sie ist verdammt komplex und bunt und kompliziert. Und das sage ich als eine, die das Aufkommen der Ökobewegung der 1970er und 1980er aktiv erlebt hat, das so viel menschenfreundlicher, lustvoller und fröhlicher erschien als das, was heute manchmal im Internet zum Thema abgeht..

Konkrete Beispiele machen das immer deutlicher als die Theorie, auch wenn sie nur klitzekleine Ausschnitte zeigen. Vielleicht kann man damit leichter über den eigenen Tellerrand schauen. Gibt es "moralisch korrektes" Essen überhaupt? Und führt die Wertung oder Abwertung von Menschen den Globus wirklich in eine liebevollere Zukunft? Kommen wir mit Schwarz-Weiß-Malerei weiter? Oder gilt es nicht viel mehr, öfter auf beiden Seiten innezuhalten und zu versuchen, sich der Komplexität des Handelns klar zu werden? Zumal es auch noch nationale Unterschiede gibt, die wir gar nicht ahnen?

Köstlich, besonders: die historischen Tomatensorten wie diese Noire de Crimée. Rückkehr zu Tradition und "bio"? Sie kommen aus der Kiste von Savéol, dem bretonischen Massenproduzenten mit über 70.000 t Tomaten / Jahr
These: Billig ist böse

Gehen wir auf den typischen Markt einer französischen Kleinstadt: Es gibt genau drei Obst- und Gemüsehändler. Einen reinen Händler mit großer bis exotischer Auswahl. Einen Bauern aus der Region, der zur eigenen Ernte das Exotische zukauft. Und den Biobauern.
Der Biobauer ist leider nur etwas für Besserverdiener. Seine Mondpreise lassen mich einfach nur staunen - wie kann man damit eine Familie ernähren? Rentner und Arme bleiben gleich außen vor. "Billiggemüse" der Saison: 6,50 Euro / kg Karotten. Die pflanzt er womöglich selbst an. Andere Ware kauft er auch schon mal aus Spanien. Das machen aber auch die Supermärkte - und bei denen sind die Orangen aus genau der gleichen Kiste um einiges billiger und ebenfalls "bio" - die Menge macht's. Der konventionelle Bauer daneben, dessen Felder und Art des Wirtschaftens man kennt, verkauft seine am Morgen noch frisch geernteten Karotten für einen Euro das Kilo, weil die einmal geerntete Ware raus muss bei der Hitze. Im Supermarkt kosten sie am Tage 4,50 E / kg.

Welcher der Marktprotagonisten ist denn nun der Böse? Welcher von den Kunden einfach nur blöde? Wenn es doch nur so einfach wäre wie bei Facebook oder Twitter!

Unser Heini hat den Spargel aus Regensburg aus einem ganz einfachen rechnerischen Grund so billig bekommen: Kein Mensch im Spargelland Baden kauft Spargel aus Bayern. Und die Bayern, die ohnehin ein anderes Preisniveau in vielen Regionen haben, wollten damit schlicht die Konkurrenz aushebeln. Ist unser Bayer Heini böse, wenn er "regionales Einkaufen" anders definiert?

Wir aus dem Elsass fahren gern zum Einkaufen nach Deutschland, weil man dort fürs gleiche Geld dreimal so viel Essen bekommt. Und weil man bei Aldi Bioware bekommt, die bezahlbar ist. Anders als die Apothekenpreise in Frankreich. Wer ist jetzt böser? Die Elsässer, die auch mal "bio" einkaufen wollen oder die Deutschen, die sie verführen? Oder vielleicht die Griechen, die die Billig-Bio-Paprika lieferten, weil sie einfach überleben wollen? Wer hilft ihnen mehr - derjenige, der auf Rettungsschirme setzt; derjenige, der ihnen Ware abkauft oder derjenige, der diese verachtet, weil im Discounter? Alles nicht so einfach mit der Moral heutzutage!

Und welcher Bauer wirft am Ende des Markttages am meisten weg? Der Biobauer packt seine Ware abends für den eigenen Laden wieder ein. Die wird dadurch nicht frischer. Verkauft er sie auch am Samstagmorgen nicht, wird sie zu Schweinefutter. Der konventionelle Bauer ist lange vor Marktende ausverkauft: Deshalb waren nämlich die Karotten so billig - was er selbst erntet, kann er nicht lagern, er hat keinen Laden auf dem Hof, er muss alles verkaufen, am nächsten Morgen wird wieder geerntet. Im Supermarkt wird zwar an Gesamtmasse weniger Bioware weggeworfen, prozentual aber mehr: Das Obst und Gemüse ohne Chemie vergammelt nämlich schneller.

Biomilch ist bei unserem Supermarkt ständig um einiges billiger als herkömmliche Milch. Wie böse ist das denn!? Plötzlich hat es sich durchgesetzt, dass auch Leute Biomilch trinken, die sonst gar nicht auf so etwas geachtet haben. Sie schmeckt sogar besser, sagen viele und bleiben dabei. Bekehrung durch Genuss - oder sind sie blöde und böse, weil sie nur auf den Preis schauen? Darf man das: So einfach genießen und es sich leisten können?

These: "Bio" von mir ist besser als "bio" von dir

Es ist aber auch eine Krux mit der Nachhaltigkeit. Anständige Leute, so klingt es manchmal bei Facebook, kaufen keine Bioware aus China. Das ist "ibäh" und man weiß doch überhaupt nicht und kann dem nicht so recht trauen ... und da ist doch alles so dreckig.
Macht man die Rechnung andersherum auf, kommt Staunen auf: Angenommen, wirklich alle Deutschen würden sich ab sofort nur noch "bio" ernähren. Wo soll das alles wachsen, wo produziert werden? In einem Land, das landwirtschaftlichen Flächen für den Anbau von Benzin aus Nahrungsmitteln nutzt? Die Zahlen sprechen außerdem für sich: Die Ausgaben der Bundesrepublik Deutschland für Umweltschutz sind stetig gesunken, die von China gestiegen - beide Länder geben etwa den gleichen Teil des BIP dafür aus*. Da wäre also Nachbessern auf der eigenen Seite durchaus drin, oder?

Natürlich ist das nicht alles - man muss auch Transportwege und vieles andere berechnen, um über Nachhaltigkeit entscheiden zu können. Und steht manchmal vor monströsen Entscheidungen ... denn auch das überrascht: Der ökologische Fußabdruck beim Bio-Winterapfel aus heimischen Landen ist genauso groß wie der beim Bioapfel aus Neuseeland*. Der heimische Bauer braucht aufwändige Kühl- und Lagertechnik, der Neuseeländer verfrachtet ab Ernte ins Flugzeug.

These: Holz ist besser als Plastik

In Frankreich gibt es hochwertige Biomilch ausschließlich in der Plastikflasche. Alle andere Milch im Tetrapack. Was tun: Kein Plastik, kein "bio"! Und was ist jetzt ökologischer? Früher hielt man die Ökobilanz des Tetrapack für konkurrenzfrei. Selbst die Ressourcen verbrauchende Reinigung und Sterilisierung von Pfandflaschen sollte damit angeblich nicht mithalten können. Wie umweltfreundlich aber ist ein Tetrapack?

2011 hatte die Deutsche Umwelthilfe den Kartonhersteller verklagt, weil viel zu wenig recycelt würde und bekam Recht - die Firma musste ihren Werbetext ändern. Die "nachwachsende Ressource Holz" - was richten eigentlich die speziell nach Gesichtspunkten der maschinellen "Ernte" angepflanzten Monokulturwälder an, die immer mehr heimische Mischwälder ersetzen? 2012 schrieb der Klima-Lügendetektor darüber. Und da wären ja auch noch das Aluminium und die Plastikfolie im Tetrapack ... wie trennt man das alles?

Wenn es aber gar keine Glasflaschen gibt? Klingt vielleicht unglaublich, aber die Plastikflaschen wandern in Frankreich in eine Spezialtonne mit sehr reinem Recyclingmüll, werden zu Granulat gemacht und wandern dann wieder in neue Produkte: Gartenbänke und Komposter werden ebenso daraus hergestellt wie Fleece-Pullis oder Schuhsohlen. Eine ganze Industrie hat sich um diese Verarbeitung gebildet und wer bewusst einkauft, achtet darauf, dass das Plastik aus dem Recycling stammt und nicht neue Erdölressourcen braucht. Klingt das nicht wunderschön?

Es ist nicht einfach, den realen Zusammenhängen nachzuforschen. Aber ausgerechnet der französische Marktführer in Plastikrecycling, die Gruppe Paprec, klagt auf der eigenen Website, wie wenig Plastik die Verbraucher dem Recycling zuführten. 2009 waren das nur 18%! Consoglobe listet genauer auf, welche Ressourcen verbraucht und was gernau recycelt wird. Drei Jahre später verdiente sich Frankreich einen miesen 21. Platz im europäischen Vergleich!

Viel Schein also, schwer durchschaubare Zusammenhänge, immer wieder fehlendes oder sogar fehlerhaftes Zahlenmaterial und jede Menge Spekulationen: Wie soll unser armer Heini denn da moralisch sauber bleiben und sich für das Richtige entscheiden?

Entscheide ich mich nun für "bio" oder gegen Plastik? Streichle ich mein Gewissen damit, dass ich ja die Plastikflasche von der Biomilch garantiert in die blaue Tonne werfe? Oder verfahre ich Sprit nach Deutschland, nur um eine Glasflasche zu bekommen? Die ich natürlich beim Discounter kaufen muss, um den Sprit wieder reinzuholen? Lasse ich mir die Milch vom Bauern drei Dörfer weiter frei Haus liefern? Die kommt aus Hygienevorschriftsgründen im Plastikschlauch, ist garantiert nicht "bio" - aber ich kenne vielleicht die Kühe mit Namen. Milch ganz abschaffen ist auch nicht drin. All das Ersatzzeug wird nämlich ganz genauso verpackt.

Das sind nur ganz kleine Ausschnitte einer komplexen Welt, in der 1+1 manchmal mehr ergibt als 2. Ach, der böse böse Kapitalismus, die böse Marktwirtschaft, werden manche jetzt vielleicht stöhnen. Aber Vorsicht! Der sogenannte Grüne Markt ist ein ganz großer Wachstumsmarkt. Und nur dann, wenn er auch etwas einbringt, wird er sich auch vergrößern.

Ich habe aber auch gute Nachrichten. Moralinsaures Draufdreschen auf Andersdenkende ist nämlich absolut gestrig. Ein sehr lesenswerter Artikel des Zukunfts-Instituts verweist nämlich auf einen neuen Pragmatismus, der damit umgeht, dass nicht alles immer so ist, wie man das auf die Schnelle glaubt:
 "Es zählt der ganzheitliche 360-Grad-Blick auf Fakten. Aus der guten Absicht des schnellen Handelns wird eine nachhaltige Langzeitstrategie."
Unter dem Titel "Neo-Ökologie: Die Märkte werden grün" wird beschrieben, wie eine Zukunft aussehen könnte. Mit einem der Sätze darin möchte ich schließen, denn er passt wie die Faust aufs Auge ... auf das, was unser Heini bei Facebook erleiden musste:
"In Zukunft wird es daher vor allem darauf ankommen, über die menschliche Voreingenommenheit hinauszukommen."

*die mit Sternchen versehenen Angaben sind dem letztgenannten Artikel entnommen.

Kommentare:

  1. Ich finde diese "Entweder - Oder" Diskussion müßig. Ich esse seit Jahren regional, seit knapp einem Jahr fast ausschließlich (bis auf ganz wenige minimale Ausnahmen) Bio. Das ist sehr teuer und nicht jeder Mensch, der umweltbewusst leben möchte kann sich das leisten. Es hat auch nicht jeder Mensch einen eigenen Garten oder die Möglichkeit, sein Fleisch selber zu erzeugen. Also heißt es für mich: nicht verurteilen, sondern aufklären. Die "Lebensmittelindustrie" ( grässliches Wort übrigens) sollte umdenken, aber leider, das hatten wir gestern schon, geht es immer nur um den Profit.

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    1. Gilda, die "Lebensmittelindustrie" kann aber nur so lange Profit machen, wie wir Verbraucher uns das auch "heranzüchten". Und "Bio" verbreitet sich dann, wenn auch dort genug Profit gemacht werden kann.
      Verbraucherdruck hat z.B. dafür gesorgt, dass französische Supermärkte ohne das Angebot von "fairen Produkten" gar nicht mehr können, was wiederum dafür gesorgt hat, dass diese dann auch erschwinglicher wurden. Gut, dass diese Label auch mit Vorsicht zu genießen und nicht immer sauber sind, ist ein anderes Thema ...

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  2. Andreas VV25/5/15 19:15

    Soso. Na, wenn *ich* im täglichen Leben nach Bio oder Regionalität frage (oder auch nur das Plastiksackerl zurückweise), hält man mich eher für einen zickigen Sonderling. ;-)

    Bio hat laut http://www.boelw.de/uploads/media/BOELW_ZDF_2015_web.pdf in DE knapp 4 Prozent Marktanteil (EU: 2%), das ist vom Mainstream ungefähr so weit entfernt wie ein Linux-Computer von Erika Mustermanns Schreibtisch - selbst US-Bürger kaufen mehr Bio (laut BÖLW).

    Was die Reaktionen in Social Media angeht: Da hast Du leider recht, diese ganzen Diskussionen werden mit einem fundamentalistischen Fanatismus geführt, der ebenso er- wie abschreckend ist.

    Das hat aber wenig mit Bio zu tun: Diskussionen zu Veganismus, Impfungen, Homöopathie, Smartphone-Betriebssystemen etc. etc. werden inzwischen mit der gleichen Vehemenz ausgefochten. Nur darüber, welche Bücher man mal lesen könnte, um schlauer zu werden, darüber streitet niemand mehr (dafür darüber, ob Autoren ein Urheberrecht haben dürfen).

    These: In Social Media will man anders als bei echten Gesprächen nicht als durch das Gespräch und die Erkenntnis veränderter Mensch hervorgehen, man will statt dessen "Recht behalten". Weil es nämlich ein Podiumsmedium ist, eine Arena mit Zuschauern, denen man gefallen oder zumindest ein ausgeklügeltes Bild von sich darbieten möchte.

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    1. Hochinteressante Gedanken, Andreas,
      die einen Verdacht erhärten, den ich auch schon hatte und an den ich eigentlich nicht glauben mag. Zufällig kenne ich nämlich den Heini persönlich und war erschüttert, was bei FB auf ihn eingeschlagen wurde (ich hab den Dialog stark verkürzt und sogar geschönt). Und habe dadurch aber auch live Reaktionen erlebt, im Leben.

      Das lief ganz anders ab. Die meisten fragten Heini nämlich, wo's das tolle Angebot gäbe. Und die anderen haben eher nett gewitzelt: "War ja klar, dass du Urbayer unseren schönen badischen Spargel nicht magst!" Aber irgendwie hat jeder den Heini einfach akzeptiert, wie er ist und es hat ihn auch keiner gefragt, ob's zum Spargel Fleisch oder Tofu gebe.

      Mit dieser Diskrepanz komme ich nicht zurecht, muss ich zugeben. Weil die Leute bei FB ja auch "echte Menschen" sind. Weil mein freundlicher Nachbar theoretisch dort auch die Sau rauslassen könnte. Weil sich die nette Dame vom Bäcker plötzlich als intolerante Kuh entpuppen könnte, der ich nicht im Mondschein begegnen möchte.

      In solchen Momenten frage ich mich: Wird unsere gesellschaft per se fundamentalistischer oder sind gewisse Kanäle nur ein Medium zum Abreagieren geworden, Stammtischersatz?

      Applaus zu deinem Satz mit den Büchern. Wenn ich da was zum Thema suche, muss ich selbst recherchieren und kenne genau 3 Leute bei FB, die Tipps geben und darüber reden. Es bleibt noch viel zu tun ...

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    2. Andreas VV26/5/15 22:00

      Nein, wir waren immer schon fundamentalistisch und in unseren Meinung fragmentiert, nur vorher gab es keine Orte, an denen wir kleine Mehrheiten positiven Feedbacks damit begeistern (oder gefahrlos verärgern) konnten (jenseits des "Stammtisches"). Im Internet ist die Zahl der Meinungen nahezu unbegrenzt, aber auch die Zahl derer, die Deiner Ausschnittsteiluntermeinung sind. Selbst die absonderlichste Idee findet daher Beifall, und das ermutigt natürlich, extreme Positionen einzunehmen.

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  3. Wunderbar ist das Dilemma aufgedröselt. Schmal ist der Grat zwischen Schreiben eigener Erfahrungen/Meinungen und der Moralpredigt. Mir hilft da immer der Abstand zum Netz, wenn mein Alltagsleben dank zweier süßer Chaosverursacher wieder so einspannt, daß ich nur noch den Kopf über solche Diskussionen schüttle bzw. völlig ignoriere... und meine Milch aus Glasflaschen trinke, das Fleisch vom örtlichen Fleischer hole, aber auch mal aus pragmatischen Gründen das Brot im Supermarkt. Ich habe meine Meinung, ich muß sie aber nicht jedem erzählen oder gar aufs Leben drücken.

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    1. Was den schmalen Grat betrifft, mache ich mir auch immer wieder Sorgen - auch mit diesem Beitrag, ob ich nicht zuviel Zeigefinger zeige ;-) Schön beschrieben, das mit dem Sich-Erden!

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