Effektive Bildsuche mit Google

Wer ein Buch zu bebildern hat, ist mit herkömmlichen Methoden der Bildersuche manchmal schnell am Ende. Viele User wissen nicht, was sich Google inzwischen für die detaillierte Bildsuche hat einfallen lassen. Deshalb möchte ich hier anhand eines Beispiels zeigen, wie man die "Rasterfahndung für jedermann" beruflich nutzen kann, etwa bei der Bildsuche für Bücher. Es sei vermerkt, dass diese Methode tatsächlich aus der Gesichtserkennung und Rasterfahndung entwickelt wurde und mit dem Foto von der Chefin wie vom Lover ebenfalls funktioniert. Vielleicht sollte man sich aufgrund dessen noch besser überlegen, was man im Internet streut. Eine Übersicht über die Bildsuche samt Video von Google gibt es hier.

Meine Aufgabe ist folgende: Ich besitze ein Portrait des Dichters Schukowski im Format 358 x 450 auf meiner Festplatte. Erstens muss ich möglichst effektiv herausfinden, ob das Bild rechtefrei ist. Denn auf Wikipedias Angaben kann man sich nicht immer verlassen und die Quelle des Bildes ist schwer zu eruieren. Gleichzeitig hätte ich das Bild gern in höherer Auflösung, falls es denn frei ist.

Auf images.google.com klicke ich beim Suchfeld auf die kleine Kamera. Dadurch kann ich das Bild von der Festplatte zur Vergleichssuche hochladen. Man kann auch Bilder aus dem Internet per Drag & Drop eintragen. Obwohl das Bild nicht gerade häufig vorkommt, findet Google erstaunlich schnell heraus, dass darauf der russische Schriftsteller Schukowski zu sehen ist und schaltet sogar auf russische Seiten. Oben sehe ich mein eigenes Bild mit der analysierten Größe, die 202 gleichen Fotos wurden innerhalb von 36 Sekunden gesammelt.

Zuerst bringt man mir die rein visuell ähnlichen Bilder. Wenn ich diesen Link klicke, bekomme ich Bilder ohne Texte zu sehen, praktisch für die schnelle Vorauswahl. Außerdem erstaunlich: Bereits das sechste Bild, das sich deutlich unterscheidet, zeigt ebenfalls Schukowski, diesmal im Alter! Bild 7 und 10 dergleichen, nur das letzte ist ein Fehlgriff.


Unter der visuellen Darstellung folgen die Links aller entdeckten Websites mit dem Bild. Google sucht also nicht nur mit Raster nach Aussehen, sondern verknüpft dazu die Wortsuche nach dem Dichternamen. Praktisch ist die Größenangabe im Vorfeld - so kann ich mir gleich alle Links sparen, die zu kleine Fotos abbilden.


Natürlich brauche ich fürs Buch mehr als nur eine Briefmarke. Also gehe ich noch einmal ganz oben zur Seite, wo ich die Suche nach Größe spezifizieren kann. Hier klicke ich auf "large" und bekomme folgendes Ergebnis:



Zur Erinnerung: Das Bild auf meiner Festplatte misst 358 x 450 px - hier bekäme ich weitaus größere. Fahre ich mit der Maus auf das gewünschte Bild, etwa rechts, sehe ich den Anfang der URL. Mit einem Klick aufs Bild komme ich dorthin.

Auch wenn Google wie in diesem Fall auf russische Websites schaltet (das Bild gibt es tatsächlich fast nirgendwo anders), muss man übrigens kein Russisch können. Ein Add-on im Firefox übersetzt mir auf Knopfdruck russische Seiten maschinell ins Deutsche.

Die eigentliche Arbeit beginnt natürlich erst jetzt: Ich muss erst einmal all die Websites links liegen lassen, die das Bild womöglich "geklaut" oder sonstwie "einfach so" verwendet haben. Ich will einigermaßen zur Quelle kommen, etwa, wenn darunter ein Museum auftaucht. Dort könnte das Bild hängen. Immer, auch bei erfolgreicher Suche, muss ich nämlich genau abklären, ob das Bild rechtefrei ist, wo Urheberrechte liegen könnten und wer mir dann die Genehmigung zum Abdruck geben könnte. Aber immerhin: Ich stehe damit nicht mehr im Dschungel!

Fein ist, dass das auch mit Gegenständen, Landschaften oder Häusern recht gut funktionieren kann. Muss ich z.B. eine Burg abbilden, von der ich den Namen nicht kenne, will aber ein besseres Foto davon finden - auch das gelingt.
Sogar Feinheiten wie Farbgebung oder Formatform kann man bei der Suche einstellen.

Es lohnt sich also durchaus, bei Foto- und Bildproblemen damit zu experimentieren!

Update:
Leider hat die ganz normale Google-Suche, also diejenige, die Otto-Normalverbraucher vom Suchfeld aus benutzt, durch die Änderungen erschreckende Nachteile für UrheberInnen, was ich in diesem Artikel nicht bedacht habe. Ich empfehle dazu den Beitrag von Stefan Niggemeier, der deutlich intelligenter ist, als die reißerische Schlagzeile verspricht.
Und es gibt eine Online-Petition für eine urheberrechtsfreundliche Überarbeitung der Google-Suche (anlicken).

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