Geschenkpapier aus Bäckertüten

Paier ist erstaunlich robust - und deshalb kann man auch aus bereits benutztem Papier neue Dinge kreieren. Was ich derzeit mit Bäckertüten veranstalte, um Material für Artist Journals oder Collagen herzustellen, lässt sich auch für Weihnachten verwenden: Geschenkpapier aus Müll recyclen!

So schön kann ganz normales Druckerpapier werden!



Eigentlich kann man jede Sorte Papier benutzen, es reagiert nur jede etwas anders. Das obere Bild zeigt Papier für eine Collage, ganz normales Druckerpapier, dazu sogenanntes Mark Making mit Aquarellfarben. Die sind natürlich wasserlöslich, für ein Geschenkpapier einfach mit wasserfesten Farben experimentieren!

Diesen herrlichen Antikeffekt kann eine Bäckertüte bekommen. Sehr dünnes Packpapier tut's auch.
 Das braucht man dazu:
  • Gebrauchte Bäckertüten oder anderes Papier im richtigen Format
  • Heisses Wasser
  • evtl. Farben
  • Bügeleisen
Bäckertüten vor (re.) und nach (li.) dem Bügeln
Los geht's!

Das Papier in heißem Wasser richtig nass machen. Keine Angst, so schnell zerreisst da nichts! Aber es werden Oberflächenbehandlungen angelöst, das kann sich bei Bäckertüten klebrig anfühlen. Wer das nicht mag, zieht Handschuhe an. Ist das Papier gut genässt, greift man beherzt zu. Es wird nämlich geknüllt!
Je feiner später die "Runzeln" sein sollen, desto fester knüllt man das Papier zu einem Ball zusammen. Dabei quetscht man auch das Wasser heraus.

Jetzt braucht man etwas Fingerspitzengefühl: Sofort zieht man das Papier sehr vorsichtig wieder auseinander, bis man wieder ein Blatt hat. Nicht zu heftig, das Papier reißt jetzt leicht. Am besten den zerknüllten Ball erst einmal von allen Seiten etwas lockern und dann weiterarbeiten. Das Blatt Papier lässt man auf der Wäscheleine oder auf der Heizung trocknen. Danach oder in noch etwas feuchtem Zustand kann man Farben anwenden.

Man kann Papier aber auch im Ganzen färben. Das heiße Wasser lässt sich durch alle möglichen Färbebrühen ersetzen. So lässt sich Papier z.B. mit Kaffee oder Schwarztee herrlich altern. Je weicher seine Struktur, desto schneller nimmt es die Farbe an. Je stärker die Oberflächenbehandlung, desto weniger haften Naturfarben. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, selbst Buchpapier lässt sich verändern. Aber diesen feinen Pergamenteffekt bekommt man am besten mit Brottüten hin - ein sehr, sehr dünnes Packpapier könnte auch funktionieren. Und wer weiß, vielleicht wirft man so manches Verpackungsmaterial weg, das auf diese Art ein neues Leben bekommen könnte?

Noch ein Geheimtipp: Absolut faszinierend reagieren sehr weiche Papiere wie die von Kaffee- oder Teefiltern. Letztere sind zu fein als Geschenkpapier, lassen sich aber als Kunstwerk bemalen oder dienen im Art Journaling als transparente Schichten.

Und natürlich nicht den Schlussakt vergessen: Bügeleisen etwa auf Seide - Wolle stellen und das trockene (!) Papier beherzt und schnell durchbügeln, bis einem der Glättegrad gefällt. Dass man das Bügeleisen besser nicht auf Papier stehenlässt, muss ich hoffentlich nicht betonen? Bei der Verwendung von Farben kann es außerdem sein, dass man hinterher das Bügeleisen putzen muss, bevor man Wäsche bügelt. Einfach mit einer farblosen weißen Wachskerze die Bügelsohle einstreichen und so lange auf Küchenrolle abbügeln, bis keinerlei Farb- und Wachsrest mehr auf der Sohle zu sehen ist. Dann flutscht es wieder wie neu.

Kaffeekasse:

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