Tschernobyl oder die roten Eier

Halbwertszeit: 30,17 Jahre braucht das radioaktive Element Cäsium 137, um zur Hälfte in andere Bestandteile zu zerfallen. Es reichert sich im Boden an und wird vor allem von Pilzen aufgenommen, wegen einer Stoffwechselbesonderheit. Es wandert weiter in Tiere und in Menschen, die Pilze oder diese Tiere essen. Bei Lebewesen lagert es sich im Muskelgewebe ein. In 60,34 Jahren ist die Hälfte von der anderen Hälfte des Cäsium 137 zerfallen.

Ukrainische Ostereier aus Tschernobyl. Ostern 1986 wurden die letzten Menschen aus der "Zone" evakuiert.
Das Gedächtnis von Menschen ist kürzer. Nach dreißig Jahren gibt es genügend junge Menschen und Kinder, welche den Super-GAU von Tschernobyl nur noch vom Hörensagen kennen. Super-GAU ist ein Pleonasmus, ein hilfloser Umschreibungsversuch für etwas, das schlimmer ist als der schlimmste Unfall. Hörensagen kann auch schlimm sein: Wenn es in die Unwirklichkeit der Legendenbildung abdriftet, weil man über ein Ereignis zu lange schweigt oder es nicht nachfühlbar vermitteln kann. Nicht nur im Falle von Tschernobyl, Fukushima oder auch "nur" Atommülllagern müssen wir uns immer wieder laut und vernehmlich erinnern. Wir müssen das Wissen vererben. Denn Cäsium 137 ist noch das "niedlichste" der gefährlichen radioaktiven Isotope. Es wurden durch den Reaktor"unfall" von Tschernobyl Plutoniumisotope freigesetzt, deren Halbwertszeiten bei 24.100 Jahren liegen, bei einem sogar bei 375.000 Jahren (Aufschlüsselung der Isotope).

Ich persönlich werde die Katatrophe nie vergessen, denn der Schock traf mich hinterrücks, brachte eine Idylle zum Explodieren. Es war ein wunderschöner Frühlingsbeginn mit einem Blütenmeer und angenehmer Wärme. Ein paar Tage hatte ich frei, wollte mir den Stress aus dem Kopf blasen und lief wie beseelt durch einen warmen Landregen. Öffnete meine Arme, schaute in den Himmel und ließ mich voller Freude nass regnen. Das war ein fataler Fehler. Radioaktivität sieht man nicht, hört man nicht. Man riecht und schmeckt sie nicht. Man kann sie nicht fühlen.

Damals war ich eine junge Zeitungsvolontärin und litt unter einem Berufsanfängersyndrom: Ich musste lernen, cool und objektiv mit den rasenden Tickern umzugehen, die gefühlt Kilometer von Katastrophenmeldungen aus aller Welt ausspuckten. In Geschwindigkeit Relevantes auswählen, ohne es zu sehr an mich heranzulassen. Das war neu für mich und noch trainierte ich diese Coolness erst. Also beschloss ich, meine wenigen freien Tage intensiv zu nutzen: durch totalen Medienverzicht. Einmal völlig abschalten. Ein paar Tage lang keine Meldungen von Toten und Verletzten, von gefährlichen Politikern oder Naturkatastrophen. Und als Gegenprogramm die heilsame Natur. So stand ich naiv im warmen Frühlingsregen und wusste nicht, was in Tschernobyl geschehen war. Eine Journalistin, die die wichtigste Meldung des Jahres 1986 einfach verpasst hatte; eine Meldung, die für meine Generation traumatisch sein sollte, die alles veränderte. Nichts war mehr so wie zuvor, als ich endlich den Fernseher einschaltete.

Ich erinnere mich vor allem an ein Gefühl, das eigentlich kein Mensch dieser Erde je erleben sollte: Panik vor Lebensmitteln. Die Nachrichten waren widersprüchlich. Heute wissen wir, wie viel nicht nur in der damaligen Sowjetunion, zu der die Ukraine gehörte, vertuscht oder heruntergespielt wurde. Noch heute müssen viele Angaben mühsam recherchiert werden, sind Unterlagen nicht mehr zugänglich. Die Bilder in der Tagesschau waren grausig - und doch retuschiert, geschönt von den russischen Behörden. Das Ausland sollte das wahre Ausmaß nicht erfahren, der Geheimdienst war fleißig. Und in unseren Breiten herrschten zuerst einmal Hilflosigkeit, Dummheit, Verdrängungsmechanismen - aber auch Panikmache statt praktischer Aufklärung. Das regelte sich erst mit der Zeit. Niemand war wirklich vorbereitet auf so etwas.

Plötzlich wurde die Natur zum Feind. Kinder wurden in den Häusern gehalten, denn der Regen brachte den Fallout. Kinder durften nicht im Sand spielen, keine Milch mehr trinken. Ausgerechnet sonst als gesund geltende Lebensmittel wurden zum Feind: Salat und Gemüse wurde massenhaft vernichtet, Milch ebenso - die Abfälle mussten als radioaktiver Müll behandelt werden. Strikt verboten blieben Pilze und Wild, weil sie am radioaktivsten waren. Die unschuldigen Augen eines kleinen Rehkitz im Wald: ein potentieller Feind. Verstrahlt. Der Morchel auf dem Teller: eine Zeitbombe, radioaktiv.

Ich erinnere mich an die grenzenlose Wut und die Trauer. An die Hilflosigkeit, wenn man nicht mehr wusste, was man noch ungefährdet auf den Tisch bringen konnte. Nur eines wussten wir: Bei den Halbwertszeiten würden noch unsere Kinder Angst haben müssen. Doch der Mensch ist ein Verdrängungskünstler. Die Franzosen glaubten damals ernsthaft, der Fallout habe am Rhein Halt gemacht, sei nicht über die Grenze gekommen. Als ob Radioaktivität sich um Passkontrollen schert! Manche Jäger haben sich gebrüstet, dass sie ihr Leben lang Wildschwein gegessen hätten und sie das jetzt auch nicht umhauen würde. Auch die Behörden im Nachbarland Polen vertuschten erfolgreich die Verseuchungen im eigenen Land, obwohl die Wolken, welche die Skandinavier meldeten, meist auch auf ihrem Gebiet abgeregnet hatten.

Das war der zweite fatale Fehler, den ich erlebte: gezielte Desinformation. Als ich 1993 nach Warschau zog, munkelten die Expats hinter vorgehaltener Hand, dass Tschernobyl ja nur 630 km entfernt liege. Das ist etwa die Entfernung Luftlinie zwischen Hamburg und München. Könnte man fast einen Wochenendausflug dorthin machen, witzelten sie. Es waren böse Witze, denn wir ahnten, dass wir im Osten und so nah an Ukraine, Weißrussland und Russland keine gesicherten Nachrichten bekommen würden. Internet war damals in Polen Science Fiction. Man konnte froh sein, wenn das Telefon funktionierte, ausländische Zeitschriften und Zeitungen musste man sich in den Anfangszeiten am Flughafen besorgen oder bekam sie stark verspätet von Freunden geschickt. Die berichteten aber nur über ihre eigenen Länder und den Katastrophenort.

Aufgrund der starken Umweltverschmutzungen, die das kommunistische Regime hinterlassen hatte, stürzten wir uns, wo wir nur konnten, auf Bioware. Die kam aus Masuren, jenem idyllischen Landstrich voll unberührter Natur. Wir waren sicher, uns Gutes zu tun. Und sagten nicht nein, wenn uns die Einheimischen ihre Spezialitäten servierten: selbst gesammelte Pilze und Beeren in allen Variationen. Die polnischen Medien versicherten uns, dass es absolut unbedenklich wäre, der Fallout sei nur in Skandinavien heruntergekommen. Ich wunderte mich erst, als Freundinnen über Schilddrüsenprobleme klagten. Plötzlich kannte ich Menschen persönlich, die Schilddrüsenkrebs bekamen und sofort operiert werden mussten. Andere entwickelten Knoten, leichtere "Probleme". Bei einer Routineuntersuchung in einer deutschen Klinik staunte ich nicht schlecht über die Aussage des Arztes: Sie hätten neuerdings immer mehr Patientinnen und Patienten, die eine Zeitlang in Osteuropa gelebt hätten. Die Schilddrüse, immer wieder die Schilddrüse. Wie lange ich denn schon in Warschau leben würde? Man frage das, weil man festgestellt habe, dass etwa nach zwei Jahren Aufenthalt im Osten die Schilddrüse in der Regel "hinüber" sei. Tschernobyl.

Offiziell wurden die Zusammenhänge oft bestritten. Oder man wiegelte ab: In der Ukraine oder Weißrussland, aber doch nicht in einem so weiten Umkreis! Spätschäden waren Anfang der 1990er noch nicht sichtbar und lassen sich außerdem schwer im Zusammenhang beweisen. Eine französische Ärztin erzählte mir einmal privat, wie sie und ihre Kollegen die Zahl der Erkrankungen unter dem Deckel halten mussten, weil es laut der offiziellen Stellen keinerlei Beweise gäbe - und weil sie doch sicher noch Karriere machen wollten! Aber auch die Franzosen wachten irgendwann auf. Mein persönlicher Aufwecker in Osteuropa war eine US-Ausgabe des National Geographic, die sich irgendwie in eine kleine Warschauer Buchhandlung verirrt hatte. Dort fand ich endlich die Wahrheit über Polen, die Belastungszahlen, die Karten mit dem Fallout. Die Amerikaner klärten schonungslos auf, weil viele Amerikaner aus Polen stammten und sich Sorgen machten. Ein neuer Feind: unsere wunderbaren Biolebensmittel aus dem ach so idyllischen Masuren. Die polnischen Behörden konnten ihre Beschwichtigungen nicht lange halten - der Informationsdruck aus dem Ausland war zu groß. Es war zu offensichtlich, dass ein Land, dass zwischen dem Katastrophenort und Deutschland sowie Skandinavien lag, nicht frei geblieben war von Radioaktivität.

Die Gefühle, die wir damals erlebten, waren für viele Menschen traumatisch. Dabei lebten wir so weit weg von allem und schienen gar nicht direkt betroffen. Ich habe dennoch Jahre gebraucht, bis ich wieder einen Salat essen konnte ohne das Gefühl, eine tickende Zeitbombe in mich aufzunehmen. Radioaktivität schmeckt man nicht. Auf wen konnte man sich verlassen, wenn so viele sogar offizielle Stellen gelogen hatten und tw. immer noch vertuschten? Längst war Salat wieder zu einem gesunden Lebensmittel geworden, aber die Erinnerung schwindet nicht.

Ebensowenig verliere ich die Erinnerung an jene roten Eier. Zerkratzt wirkende Schwarzweißbilder, schlecht belichtet, manchmal vom Licht überstrahlt. Manche mit weißen tanzenden Pünktchen: Radioaktivität sieht man manchmal doch, auf Filmmaterial. Ukrainische Babuschkas feiern mit der ganzen Familie Ostern. Eier in Körbchen, sie tauschen Eier und ich weiß, dass die Eier rot sind, weil es den Ritus auch in Polen gibt. Babuschkas und glückliche Kindergesichter in Schwarzweiß, knisternder Film wie aus fernen Zeiten und plötzlich brechen die Türen auf. Überfall wie im Krieg, schreiende Menschen, wildes Durcheinander. Soldaten mit Gasmasken, anzuschauen wie Aliens, zerren die Menschen von der Festtagstafel. Stoßen sie brutal nach draußen. Ich könnte heute noch schwören, dass ich das Rot im Schwarzweiß sah. Das Rot der zerbrochenen Eier am Boden, der Ostersegen im Dreck, Tausende Leben zerborsten in blutfarbene Splitter. Am vierten Mai 1986 wurden die letzten Menschen aus der Sperrzone um Tschernobyl evakuiert. Es war der Sonntag des orthodoxen Osterfests.

Ich suche heute noch nach diesem Film, weil mich die Bilder nicht loslassen. Er hatte Spielfilmlänge und war von einem Russen. Der Versuch einer Dokumentation über das, was geschehen war vom Beginn bis zur Einrichtung der Zone, die so fatal an Andrej Tarkowskis Film "Stalker" (Film im Original 1+2) erinnert und an dessen literarische Vorlage, "Picknick am Wegesrand" von den Gebrüdern Strugazki. Es waren die ersten unzensierten Bilder, man sah auch die Originale vom Reaktor vor der Retuschierung. Weil der Film auf Russisch gesendet wurde, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihn im deutschen Fernsehen mit Untertiteln sah oder in jenem freien russischen Fernsehkanal, den Putin abschaffte, weil er ihm zu frei war. Der Deckel kam wieder drauf. Wer heute recherchiert, kämpft gegen die Unsichtbarkeit der Gefahr wie gegen die immense Korruption in der Ukraine, gegen die Lügen von oben und die verschwundenen Informationen. Eben erst hat die NYT aufgedeckt, wie in der Verbotenen Zone im großen Stil illegal Holz geschlagen wird - es stecken wohl die politischen Bonzen dahinter und nicht das arme Volk. Man vertuscht die Herkunft und liefert womöglich über Umwege bis nach Europa ...

Das Gedächtnis der Menschen kann kurz sein, ihre Gier und Dummheit grenzenlos. Nicht nur ist dieses Holz hochgefährlich, weil stark strahlend. Wissen wir, ob unser Nachttischchen aus dem illegalen, umdeklarierten Holz gebaut wurde? Misst überhaupt noch jemand Strahlung aus Importen angeblich sicherer Länder? Der Wald ist jedoch auch aus einem anderen Grund - theoretisch - streng geschützt: Die Bäume verhindern Bodenerosion und Auswaschungen, womit noch mehr und immer wieder neue Radioaktivität frei werden würde. So verführerisch ein Besuch in der Zone selbst für Abenteuertouristen sein mag - die Zeitbombe tickt für unsere Nachfahren. Was geschieht in und um Tschernobyl noch alles aufgrund des Chaos in der Ukraine? Was geschieht fatalerweise nicht, aufgrund der korrupten Seilschaften in Behörden und Politik? Wird der neue Sarkophag wirklich funktionieren und rechtzeitig fertig werden, bevor sich neue Katastrophen ergeben?

Jene roten Ostereier wirkten auch deshalb so brutal, weil sie ein Sinnbild waren für den auferstandenen Jesus, der sein Blut für die Menschen vergossen hatte. Die Opfer von Tschernobyl haben ihr Blut umsonst vergossen. Die Ostern feiernden Familien haben ihr Leben und ihre Existenz völlig umsonst verloren. Gier, Inkompetenz, repressive Machtstrukturen, vorsätzliche Lügen und vielleicht mehr haben der Welt 1986 gezeigt, was der Mensch dem Menschen antun kann. Die Natur wirkt heute fast idyllisch und der Mensch omnipotent, wenn im Fernsehen Bilder gezeigt werden, wie alltäglich Menschen in der Ukraine, Weißrussland und Japan mit den Folgen nuklearer Unfälle zu leben lernen. Alles ist möglich, mag mancher denken. Aber Radioaktivität sieht und hört man nicht. Über Jahrzehnte hinweg sahen und hörten wir nicht, was sich im Reaktorblock tatsächlich genau abgespielt hat. Wir wissen so wenig über die Vorgänge in Fukushima. Werden wir je erfahren, in welchem Ausmaß diese Katastrophen auf Mensch und Natur einwirkten und auch in Zukunft wirken werden?

Wahrscheinlich bleiben auch all die Toten und Betroffenen, die nicht ins offizielle Bild jener Unternehmen oder Staaten passen, auf ewig unsichtbar. Vielleicht hat sich deshalb dieses Bild in mir eingebrannt, wie die Soldaten wortlos und brutal Menschen aus der Osterfeier rissen und rote Eier auf den Boden knallten. Sie rissen Alten und Kindern die Eier aus den Händen - denn sie waren schlimmstens verstrahlt. Sie handelten wortlos und die Behörden ließen die Evakuierten noch lange im Unklaren darüber, was geschehen war, wie das "neue" Leben nun aussehen würde.

Jedes Jahr vor Ostern haben wir seither in Frankreich ukrainische Holzostereier gekauft. Die Jungen hierzulande verstanden den Brauch schon kaum noch, schüttelten den Kopf. Aber mit dem Kauf dieser Eier wurde medizinische Hilfe für die Kinder von Tschernobyl finanziert. Diejenigen, die überlebt haben, haben heute selbst Kinder, vielleicht schon Enkel. Und ob sie in Weißrussland oder der Ukraine leben - auch diese nachfolgenden Generationen brauchen medizinische Überwachung und Hilfe. Wir können Tschernobyl und eines Tages Fukushima vergessen, unsere Erinnerungen verlieren. Die Radioaktivität verliert sich so schnell nicht. Man sieht und hört sie nicht, man riecht und schmeckt sie nicht, man kann sie nicht fühlen. Unsere Nachkommen aber werden die Folgen fühlen. Wenn nicht vorher eine neue Katastrophe passiert, bei der wir einmal nicht in relativ sicherer Distanz leben. Radioaktivität schert sich nicht um Landesgrenzen.

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Filmmaterial

Die Recherche ist nicht einfach, weil sie über ukrainische und russische Texte geht. Aber es ist mir gelungen, den Dokumentarfilmer vom ukrainischen Fernsehen ausfindig zu machen, der das erste Originalmaterial gedreht hat. Vladimir Shevchenko drehte es ungeschützt, nur mit einer Chirurgenmaske versehen, und starb darum an seinem letzten Film. Seine Kameras waren so gefährlich verstrahlt, dass sie vergraben werden mussten. Er wurde bis heute nicht unter die Opfer der Katastrophe gezählt, sein Film (engl.: Chernobyl - Chronicle of Difficult Weeks) wurde damals nicht in Moskau ausgestrahlt. Seinen letzten Film, ein Fragment, gibt es hier - ich stelle außerdem gerade bei youtube eine Playlist zum Thema zusammen, die man hier abrufen kann.

Sehr lohnend auch die Website der Ukrainerin Elena Filatova. Sie fährt seit Jahren immer wieder mit ihrem Motorrad in die Verbotene Zone und dokumentiert die Geschichte in Fotos. In ihrem Buch "Consumed Land" hat sie Tschernobyl und Fukushima nebeneinander gestellt.

Kommentare:

  1. Uns ging es ganz ähnlich: Wir hatten keine Nachrichten gehört, bei dem guten Wetter im Garten jede Menge vertikutiertes Gras/Moos mit den bloßen Händen in Schubkarren gepackt, eine Tochter (knapp 3 Jahre) hatte sich nach dem Regen mit Wonne in Sand und Matsch vergnügt (und ich hatte sie nicht daran gehindert oder ermahnt). Ich weiß noch genau, wie ich sie später voller Entsetzen unter der Dusche abgeschrubbt habe, wie die Kinder nicht mehr in den Garten durften, die Schuhe in einem Vorraum bleiben mussten und der Hund jedesmal die Pfoten geputzt bekam und trotzdem die Angst durch alle Ritzen kroch ...... Ich bin dann Mitglied bei der Initiative "Mütter gegen Atomkraft" geworden, um dem irgendwie zu begegnen .....

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    1. Danke fürs Teilen deiner Erinnerungen, Ulrike!
      Wenn die Menschen sensibler gegenüber Atomkraft würden, wäre schon viel gewonnen!

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  2. Danke für deine Erinnerungen und Mühen in diesem Zusammenhang sowie die noch zugefügten Links! Ich hoffe, der Spendenbutton funktioniert bald?

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    1. Mein Paypal-Konto wird freigeschaltet, wenn ich einen aus einer Überweisung generierten Code freischalte - ich warte noch auf deren Gutschrift. Angeblich soll das nur 1-2 Tage dauern. Ich gebe Bescheid!

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  3. Danke für den guten Text! Mir ist auch erst 4 Tage noch der Reaktorkatastrophe klar geworden, dass die schöne Radtour im warmen Sommerregen keine gute Idee war...falls das Folgen haben sollte - z.B. Krebserkrankung etc. würde der Zusammenhang nur schwer herzustellen sein - selbst wenn ich und meine Freund*innen dies kundtun würden...nicht nur wegen schwierigen Beweisen, sondern auch, weil ich denke, dass das in der deutschen Politik-und Gesellschaftslandschaft kein Thema sein soll. "Wir" haben ja selber noch genug AKW's die noch nicht abgeschaltet sind, die gerechtfertigt werden sollen...Gruß Claudia Lehleitner

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    1. Danke auch dir fürs Teilen der Erinnerungen, Claudia.
      Wir können das nicht oft genug tun. Eine andere Frage ist ja auch, wie wir die Warnungen vor den verseuchten Gebieten und Endlagern für künftige Generationen weitergeben.
      Ich bin bei meiner Recherche zu jenem Film in eine ziemlich pervers erscheinende "Szene" geraten, wo junge Leute "Stalker" spielen. In die Zone eindringen. Sei es, um aufzurütteln und Zeitzeuge zu sein, sei es, um bei youtube etwas vom "Abenteuerspielplatz" zu zeigen. Gerade letztere scheren sich offenbar überhaupt nicht um die Gefahren. Ich habe noch nicht ganz herausfinden können, ob es sich dabei nur um verrückte Egoshooter handelt oder ob auch das eine Art Bewältigungsstrategie der menschlichen Psyche ist. Ich poste dazu später noch etwas. Ist nicht ganz einfach, Ukrainisch über Polnisch verstehen zu wollen ;-)

      Spätschäden: In der Tat wäre eine logische Abfolge allenfalls durch Langzeitstudien und im Vergleich mit Vergangenheit und Zukunft zu beweisen. Wenn überhaupt. Man kennt das von Hiroshima und Nagasaki. Bis solche Studien greifen, sind unsere Politiker längst nicht mehr.

      Tatsächlich interessiert das Wissenschaftler. Eine Freundin von mir, die lange in Osteuropa gelebt hat, bekam einmal im französischen Krankenhaus die Superluxusbehandlung in Schilddrüsensachen und wusste nicht, wie ihr geschah. Sie hatte nur mal das Wort Tschernobyl fallen lassen, schon stand der Chefarzt auf der Matte und fragte sehr interessiert nach. Man fragte sie, ob man ihren Fall für eine Studie verwenden dürfe.
      Also selbst dort, wo angeblich damals nichts passiert war, hat man sehr umgedacht und verfolgt die Spätschäden. Ich bin mal gespannt, ob wir die Ergebnisse noch erleben werden ...
      Schöne Grüße, Petra

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