Im Hunde-off

Gestern war es so weit. Adoptionstag von Bilbo Butterblum vom Jenseitswald. Leider war das Wetter unmöglich für ein Auto ohne Klimaanlage, bei weit über 30 Grad ging es übers Land ins Tierheim Saverne, das ich besonders schätze, weil man dort äußerst liebevoll und professionell mit den Tieren umgeht und sich vor allem die zukünftigen Halter sehr genau anschaut.

Kein Mench auf den Straßen unterwegs - die Sonne knallte erbarmungslos vom Himmel herunter.

Die Verweildauer in dieser SPA ist recht kurz, was für die Arbeit dort spricht! Die Freiwilligen dort leisten nämlich eine wunderbare Arbeit und es ist immer wieder erstaunlich, welche Ruhe sie selbst dann bewahren, wenn zu viele komische Menschen auf einmal alle möglichen Extrawünsche äußern oder schnell mal meinen, ihren Hund oder ihre Katze weggeben zu müssen, weil das Tier nicht mehr so welpensüß ist oder mit dem Alter die ersten Tierarztrechnungen zu tragen sind. So viele wollen nur ein perfektes Gegenüber lieben, dabei gibt es hier gerade die Tiere mit Persönlichkeit!

Hut ab auch von den Tierärzten, die auf einen Großteil ihrer Honorare verzichten - ich habe gestern einen erlebt, wie er reihum impfte und dann auch mein Kerlchen noch einmal anschaute und für gesund befand. Ein Mensch, dem man ansah, dass er seinen Beruf liebte.

Bilbo, eine Mischung aus Dackel und Beagle, ist nun nach Schätzung gerade mal drei Monate alt, man weiß nicht viel über ihn. Auch er mit einem gewissen Risiko versehen, er war nämlich nicht einmal geimpft worden von den unverantwortlichen Vorbesitzern! Deshalb gibt's im nächsten Monat gleich die Auffrischung. Und die Kastration Anfang 2013 ... da bete ich noch, dass der eine fehlende Hoden bald auftaucht. Kommt bei manchen Welpen vor, dass einer später an seinen Platz findet. Wenn nicht, muss der Tierarzt leider bei der Kastration suchen, denn ein Hoden, der im Körper steckt, kann sehr leicht Krebs entwickeln.

Bilbo, der mal Valentin hieß, und Ben, Hooky und die namenlose Malteserhündin, nach deren Besitzer noch gesucht wird. Ben und Hooky sind nun auch reserviert.

Es war nicht leicht den Herzensbrecher aus den Armen seiner Betreuerinnen reißen zu müssen, den Meutehund von seinen Kumpels. Die großen Hunde haben es stoisch ertragen, wenn er sie mal wieder als Kopfkissen benutzte. Aber ich habe eine ganz große Freude: Fast alle von seinen Kumpels sind heute als reserviert gemeldet - sie haben also offensichtlich ein neues Zuhause gefunden!

Weil Hund und Menschin heute etwas müde sind, nur kurz: Es ist wunderbar, mit einem Welpen die Welt neu zu entdecken, was gibt es da alles zu staunen und an Winzigkeiten zu entdecken. Und dann heute der erste größere Spaziergang, wo sich der Kleine zwischen meine Beine setzt und mit ganz großen Augen einen Raben im Tiefflug beobachtet. Und schließlich staunend und hingerissen schaut, wie groß die Welt ist ... bis zum nächsten Berghang. So etwas hat er wohl noch nie erlebt!

Fressen, Spielen und Schmusen machen müde.
Ganz schön fix ist er, hoppelt schon munter davon. Und am liebsten gleich in die Arme der Nachbarskinder, deren Herzen er jetzt schon erobert hat. Toughe Jungs vergessen plötzlich ihre Ninjaschwerter und kommen zum Streicheln heraus - und der kleinste ist überglücklich, der liebt nämlich, was er "chien saucisse" nennt, Hunde, die wie eine Wurst aussähen. Jeder Dackel von Welt wird darüber natürlich indigniert die Nase rümpfen. Der Jagdinstinkt von Beagle und Dackel kommt auch zum Vorschein. Das Quietscheschwein wird übel vernachlässigt, wenn es irgendwo ein Mausloch zu ergraben gilt oder sich eine Hühnerfeder in den Garten verirrt hat.
Print sollte nicht untergehen. Auf E-Zeitungen kann man nicht pinkeln.
Ein wunderbarer Schnappschuss fehlt mir leider: Wie Bilbo heute die Zeitung aufgeschlagen hat und den Regionalteil durch die Gegend trug. Ich kam etwas zu spät. So gehört sich das für einen Autorinnenhund. Eigentlich war die Zeitung ja zum Pipimachen gedacht, aber das hat er brav draußen erledigt. Ich wage es kaum zu glauben, dass das so bleibt. Allerdings habe ich auch auf Wolfsschlaf umgeschaltet. Mitternacht, halb vier Uhr morgens, sieben Uhr ... hochspringen, mit dem Hund raus. Und nachschlafen, wenn der Hund schläft.
 

Kommentare:

  1. Allerliebst. Ich freue mich für Euch beide. Und auf dem Bild mit der Zeitung im Maul: ein echter Dackelblick. Nun glaube ich es auch, mit dem Dackel ;-).

    Lebt Euch gut miteinander ein, Ihr Zwei!

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  2. Dackel und Dackeline danken der Dackelfreundin ganz herzlich!

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  3. Dann haben wir ja nun denselben Schlafrhythmus :) Wobei bei uns die Schlafphasen langsam länger werden :)

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  4. Wie schön, dass ihr beide einen so guten gemeinsamen Start habt! :) Ich wünsche euch beiden bald geruhsamere Nächte und noch ganz viele gemeinsame Entdeckungen! :)

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  5. Heute nachmittag, als ich unterwegs war, hab ich noch gedacht: Na, nun müßte der Valentin aber doch bald da sein!

    Hast du auch meinen Rat befolgt und all deine Schuhe gut weggeräumt? :)

    Viel Spaß euch beiden miteinander.

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  6. Danke euch allen!
    Bei mir ging noch NIE ein Hund an Schuhe, das wird zuallererst gelernt. Und Socken gibt's nur, wenn ganz dicke Knoten drin sind, dann sind sie ausrangiert zum Tauziehen. Gut, wenn ich ihn das erste Mal allein lasse, räume ich natürlich die besseren Schuhe weg, aber derzeit sind eher Gummistiefel angesagt.

    Valentin, der jetzt Bilbo heißt und viel lieber auf den neuen Namen hört, ist die Neugier, Unerschrockenheit und Intelligenz in Person. Jaja, ich weiß, das behaupten alle Menschen von ihren Hunden. Aber tatsächlich gibt es Unterschiede, Huskies sind z.B. ganz tolle Arbeitshunde und Kumpels und sie wissen eine Menge über die Natur, aber ansonsten sind sie eher einfach gestrickt. Spürhund Rocco mit der Schutzhundeausbildung dagegen konnte auf Zuruf von Wörtern den richtigen Gegenstand suchen.

    Und da zeigt Bilbo, der ja auch Fährten lesen kann, echte Begabung. In Glücksfällen weiß er schon das Wort "Cochon" und holt nur dann nicht das Quietscheschwein, wenn etwas anderes spannender ist. Er hat unwahrscheinlich gute Augen und eine gute Nase, hat heute mit Knurren vermeldet, dass es zwei Felder weiter brennt. Und naja, hat sich dann nach vorsichtiger Inspektion vom Feuerwehrmann dort erst mal streicheln lassen ... bei Bilbo werden auch Männer weich.

    Abenteuer haben wir auch hinter uns, Fahrt wegen TÜV zur Autowerkstatt, irre spannend für den Kleinen, absolut keine Angst vor Maschinenlärm, lustig auch, als der Garagist uns heimfuhr. Das wird ein Hund, den man an die schrägsten Orte mitnehmen kann.

    Apropos mitnehmen ... heute morgen kam er stolz aus der Küche und schleppte eine dieser schweren 1,5-Liter-Wasserflaschen an: viel spannender als Schuhe!

    Und was ich bis jetzt absolut nicht fassen kann, denn das war beim ersten Besuch im Tierheim noch nicht der Fall: Er ist bisher stubenrein! Ist die Tür zu, maunzt er. Da hat ihn doch wirklich das Hunderudel dort miterzogen!

    Spielerisch macht er schon "cherche" und "apporte" (Beagle machen das angeblich nicht), damit kann man ihn einigermaßen müde kriegen. Aber nur einigermaßen. Denn das Viech läuft und läuft und läuft und das sogar im Affenzack. Leinenführigkeit lernen, hä, was bitte ist das? Kann doch ein Bilbo gleich von Natur aus!

    Eingelebt hat er sich auch, denn er testet jetzt frech seine Grenzen aus. Und ich gebe mal wieder den General ;-)

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