Mutmacherbrief

Es ist nicht einfach, in Zeiten der Übererregung und Angstmacherei bei sich selbst zu bleiben und die Hoffnung nicht zu verlieren. Die Hoffnung darauf, dass wir es letztlich selbst in der Hand haben, was wir aus dieser Welt machen möchten. Es ist nicht einfach, sich vom Dauerlärm der Schlagzeilen zu lösen, von den Horrorclowns der politischen Showbühne. Mir ging das gestern so in Frankreich: Per FB prasselten aus Deutschland die "Eilmeldungen" über einen "Atomunfall" herein. Je nach Emotionsfaktor des Mediums ruckelte entweder der gesamte Reaktor oder wurden andere Horrorszenarien heraufbeschworen. Sollte ich mich im Keller einschließen? - Nicht, dass ich AKWs verniedlichen will, aber ein Googeln nach den Quellen verschaffte mir ein anderes Bild: Der Brand war zum Zeitpunkt der Meldungsschwemme längst gelöscht und zwar meldepflichtig, aber doch harmlos und nicht im direkten Gefahrenbereich ausgebrochen. Ich konnte mein Mittagessen genießen. Ausschalten, Ausloggen: eine Möglichkeit. Es gibt aber bessere Ideen.

Angst vor dem Abgrund? Warum nicht einfach Giraffen füttern? (Foto: NatoPereira, pixabay)

Die beiden berühmten Jazzmusiker Wayne Shorter und Herbie Hancock haben einen offenen Brief geschrieben, was man in unruhigen Zeiten wie diesen tun kann. Zwar richtet sich diese Checkliste von Ideen an die junge Generation von KünstlerInnen, aber die beiden sagen selbst, dass jede und jeder den Brief zur Inspiration benutzen kann. Sie haben recht, es funktioniert!

Lesen kann man den Brief HIER. Und wie immer bei fremdsprachigen Links, um die ich einfach nicht herumkomme: Man kann sich via Google Translate ganze Websites übersetzen lassen (mit Chrome geht das sogar automatisch), indem man einfach die URL eintippt und die gewünschten Sprachen wählt. Das klingt manchmal schräg, ist aber inzwischen doch so gut, dass man die Inhalte einigermaßen versteht. Da wäre die Maschinenübersetzung ins Deutsche HIER.

Für mich ein Mutmacherbrief, der so wichtig ist, dass ich ihn mir ausdrucke. Und dann kommt er in meine Mutmachermappe. In der sammle ich Texte und Ideen, welche die Angst nehmen, die mir Hoffnung vermitteln, die mich innehalten lassen, wenn ich mal wieder zu gehetzt durch die Schlagzeilen einer vermeintlich miesen, fiesen Welt rase. Wie diese Mappe aussieht, ist völlig egal: Es kann ein Bookmark-Ordner im Browser sein oder ein Ordner auf der Festplatte, eine schön gestaltete Mappe aus Pappe oder ein Glas mit wichtigen Sätzen auf Papierstreifen. Hauptsache, man nimmt sich in Zeiten der Verwirrung öfter mal die Zeit, ruhig zu werden und darin zu lesen. Wir brauchen diese Selbststärkung mehr denn je, um überlegter handeln zu können. Und manchmal genügt ein klitzekleiner Perspektivwechsel, um zu erkennen, dass man nicht zwangsläufig in einen Abgrund stürzen muss, nur weil er da ist.

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